Büchlein wechsel dich

Studierende erforschen Bücherschränke im öffentlichen Raum: Sie werden rege genutzt und haben ständig ein neues Angebot

Ist das Buch ausgelesen, aber der Platz im Regal mit den Lieblingsbüchern ist knapp, dann wandert das Buch gerne mal in ein Tauschregal. Tauschregale oder Bücherschränke im öffentlichen Raum sind mittlerweile in vielen Städten zu finden, in Großstädten sind es oft mehrere pro Stadtteil. Das Prinzip: eins bringen, eins mitnehmen. Mittlerweile braucht aber niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er oder sie einfach nur welche mitnimmt, denn manche Tauschregale quellen regelrecht über vor offenbar nicht behaltenswerten Schmökern.

Studierende der Universität zu Köln haben nun unter Leitung von Stefan Udelhofen vom Institut für Medienkultur und Theater im Rahmen eines Seminars zum Thema "Ist das noch Literatur oder kann das weg" 18 Bücherregale in Köln über mehrere Monate hinweg unter die Lupe genommen. Werden die Bücherschränke wirklich ihrem Zweck gerecht, wechseln die Bücher oder sind sie nur Altpapiersammlungen, die stetig wachsen? Gute Nachrichten: Bücherschränke haben ständig ein wechselndes Angebot, was darauf hinweist, dass tatsächlich Bücher getauscht werden.

Im Durchschnitt fasst ein Bücherschrank ca. 250 Bücher, schreiben die jungen Forscher_innen,  von denen je nach Standort mindestens ein Drittel bis zu 90 Prozent zwischen zwei Erhebungen entnommen und durch neue Bücher ersetzt wurde. Vor allem die übersichtlichen, gut einsehbaren Regale werden sehr gut genutzt als Bücherschränke, die versteckt im Foyer von Bürgerämtern, in Einkaufspassagen oder auf Schulhöfen zu finden sind. Eine Überfülle an Büchern und das Fehlen einer ehrenamtlichen Betreuung durch Vereine oder Privatpersonen wirkt eher abschreckend.

Die Studierenden fanden in den Bücherschränken ein breit gefächtertes Angebot, das sich aber von Stadtteil zu Stadttei stark unterscheide.
Wenig überraschend überwiege Belletristik, insbesondere Krimis und Liebesromane. Daneben fanden die Buchschrank-Inspektor_innen aber auch Kuriositäten wie Ernährungsratgeber aus den 1960er-Jahren oder Originalausgaben, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlegt wurden. Die meisten Bücher seien aber jüngeren Datums, wobei sich bemerkenswerte Häufigkeiten des Erscheinungsjahres in den 1970er-, 1990er- und 2000er-Jahren zeigen. Die meisten Bücher seien dabei in einem eher guten, zumindest lesbaren Zustand vorgefunden worden.

Wenn euch also mal der Lesestoff ausgeht oder der Platz im eigenen Bücherregal knapp wird, dann besucht ein Tauschregal. Ihr werdet da nicht nur eure alten Pferdebücher los, aus denen ihr rausgewachsen seid, sondern findet vielleicht auch den ein oder anderen Schatz. Und wenn lesen so gar nicht eure Sache ist, aus so manchem alten Lexikon oder Kunstband lassen sich wunderbare Collagen oder Kunstwerke anfertigen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 23. August 2018
 
 
 

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