Bevor der Himmel reißt

Autorin: Amani Padda

Migrationsgeschichte und Queerness sind Themen, die in der Jugendliteratur einzeln schon selten gut umgesetzt werden, aber beide zusammen in einem Buch zu finden ist noch seltener. Genau das macht „Bevor der Himmel reißt" von Amani Padda von Anfang an besonders. Heer und Dilly wachsen beide als Kinder indischer Einwandererfamilien im fiktiven Piesnitz in Sachsen auf, ihre Eltern betreiben die einzigen indischen Imbissbuden der Stadt und verstehen sich trotzdem nicht miteinander, weshalb die beiden jahrelang kein einziges Wort gewechselt haben. Als sie sich auf einer Party näherkommen und sich gemeinsam einer aktivistischen Jugendgruppe anschließen, beginnt eine ganz besondere Geschichte.

Amani Padda schreibt mit einem Feingefühl, das einen tief in die Gedankenwelt beider Figuren zieht, ohne dass es sich je aufgesetzt anfühlt. Heer und Dilly sind so unterschiedlich und dabei so nahbar, dass man sich als Leser oder Leserin in beiden wiederfinden kann. Das Buch zeigt dabei nicht nur offenen Rassismus, sondern auch die leisen, alltäglichen Momente, in denen man sich entscheiden muss, ob man laut ist oder lieber still bleibt, um nicht noch mehr aufzufallen.

Was mich nach dem Lesen besonders beschäftigt hat, war die Selbstverständlichkeit dieses Buches, Themen zusammenzubringen, die in Schulen viel zu selten Platz finden. Gerade weil im Unterricht oft alte "Klassiker" gelesen werden, wäre „Bevor der Himmel reißt" eine längst überfällige Ergänzung, denn es ist aktuell und spricht eine Realität an, die viele Jugendliche kennen. Eine klare und bedingungslose Leseempfehlung, besonders in Zeiten des politschen Rechtsrucks.

Erschienen bei Arctis

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Autorin / Autor: Laura E. - Stand: 24. August 2026