Behind the Brands

Lebensmittelkonzerne auf dem Prüfstand: Ihr seid nicht fair!

Wer gönnt sich nicht hin und wieder ne Cola, greift zum Mars-Riegel oder zur Kellogg's-Packung. Die Hersteller dieser Lebensmittel erwirtschaften am Tag hunderte Millionen Euro. Gerne schreiben sie sich auch Fairness auf die Fahne. Wirklich fair sind die Herstellungsbedingugnen in der Realität aber leider selten. So gehen die gesalzenen Gewinne oft zulasten der Kleinbauern, Frauen und der Umwelt.

Die zehn größten Lebensmittelkonzerne seien weit davon entfernt, soziale und ökologische Standards bei der Produktion ihrer Lebensmittel zu erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Oxfam-Studie „Behind the Brands“. Untersucht wurden Coca-Cola, Danone, Unilever, Kellogg’s, Mars, Mondelez, Nestlé, PepsiCo, General Mills und Associated British Food. Oxfam hat die selbstgesteckten Ziele der Firmen in den Bereichen Arbeitsrecht, Rechte von Kleinbauern, Rechte von Frauen, Umgang mit Land und Wasser, Klimawandel und Transparenz überprüft. „Nicht einmal auf dem Papier zeigen die Unternehmen ein ausreichendes soziales und ökologisches Problembewusstsein“, kritisiert Frank Braßel, stellvertretender Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland.

Auch wenn es Fortschritte bei der Formulierung von Firmenzielen gegeben hat, zeigen Beispiele aus der Praxis, dass Lebensmittelkonzerne noch weit davon entfernt sind nachhaltig zu handeln. In Pakistan steht Nestlé beispielsweise als Verursacher für sinkende Grundwasserspiegel und steigende Wasserkosten in der Kritik. Das Unternehmen füllt dort Trinkwasser in Flaschen ab und hat einen Marktanteil von 50 Prozent. Unilever bezieht acht Prozent seiner Vanille für Eiscreme aus Madagaskar. Ein Drittel aller Kinder im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren arbeitet nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) dort in der Vanilleproduktion.

Unfaire Löhne bei 1,1 Milliarden Dollar Einnahmen
Die Konzerne schweigen, wenn es um ihre Lieferanten geht. Deshalb ist es schwierig, soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Realität umfassend zu überprüfen. Keine Firma hat sich öffentlich verpflichtet, Bauern und Bäuerinnen einen fairen Preis für ihre Ware zu bezahlen. Dabei nehmen die zehn Unternehmen zusammen 1,1 Milliarden Dollar am Tag ein. Ebenso fehlen angemessene Standards gegen Landgrabbing. Darunter versteht Oxfam die Investitionen in Pacht oder Kauf von Landflächen, bei dem Investoren die Rechte und Bedürfnisse ländlicher Bevölkerungsgruppen, die das Land bearbeiteten und davon lebten, ignorieren. Doch hier wären Firmenziele besonders wichtig, da die Firmen Agrarrohstoffe wie Palmöl, Soja und Zucker verarbeiten. Die Diskriminierung von Frauen innerhalb der Wertschöpfungskette wird von allen untersuchten Unternehmen unzureichend behandelt.

„Es ist höchste Zeit, dass die Lebensmittelkonzerne mehr Verantwortung für ihren enormen Einfluss auf das Leben armer Menschen übernehmen“, sagt Braßel. „80 Prozent der hungernden Menschen leben im ländlichen Raum. Von dort beziehen die Firmen ihre Zutaten. Angesichts der wachsenden Macht der Konzerne, fehlt es an klaren staatlichen Regeln, die die Unternehmen zu sozialem und ökologischem Handeln verpflichten.“

Die Studie im Netz

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Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: 28. Februar 2013
 
 
 

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