Affige Rätselfreude

Zoologen haben herausgefunden, dass auch Schimpansen Knobelaufgaben lieben – selbst, wenn sie keine Belohnung dafür bekommen.

Mögt ihr Puzzles? Adventures? Rätselaufgaben jeder Art? Dann habt ihr etwas mit den meisten Menschen gemeinsam: Wir knobeln gerne und empfinden das Lösen einer schwierigen Aufgabe als Erfolgserlebnis. Wer endlich das Lösungswort eines komplizierten Kreuzworträtsels herausgefunden hat, fühlt sich gut, auch wenn er nichts weiter dafür bekommt. Bisher wurde diese intrinsische Motivation (der Wille, etwas um seiner selbst willen zu tun und nicht, weil es einen „äußeren“ Vorteil bringt) bei Knobelaufgaben allerdings nur für Menschen wissenschaftlich nachgewiesen. Forscher der Zoological Society of London konnten nun beobachten, dass offenbar auch Schimpansen das Lösen komplexer Aufgaben als befriedigend empfinden.

Die Nuss im Rohrsystem
In der freien Wildbahn verwenden Schimpansen selbst hergestellte Werkzeuge, um an Nahrung zu gelangen. Beispielsweise „angeln“ sie mit Stöckchen Maden aus Baumstümpfen oder Termiten aus ihren Bauten. Dieses Verhalten machten sich die Biologen bei einem Versuch mit einer Schimpansengruppe im Whipsnade Zoo zunutze. Aus undurchsichtigen Plastikrohren bauten sie eine Art Labyrinth und bohrten in regelmäßigen Abständen Löcher hinein. Dann befüllten sie es mit kleinen Holzwürfeln, die die Affen in einen durchsichtigen Auffangbehälter manövrieren konnten, indem sie Stöcke in die Löcher steckten und die Würfel damit anschoben. In einem zweiten Versuch wurden die Holzwürfel durch Paranüsse ersetzt und der Auffangbehälter entfernt, so dass die Nüsse am Ende herausfielen und von den Schimpansen aufgesammelt werden konnten. Praktischerweise mögen die Zooschimpansen Paranüsse fast so gern wie Bananen ;-).  So wollten die Forscher herausfinden, ob die Tiere sich nur mit dem Rohrlabyrinth beschäftigen, wenn sie dafür eine tolle Belohnung bekommen, oder auch „einfach so“.
Übrigens wurde ausgeschlossen, dass die Schimpansen sich nur aus Langeweile dem Rohrsystem zuwenden, indem sie regelmäßig auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. zu öffnende Boxen mit Futter angeboten bekamen.

Rätseln um des Rätselns willen
Tatsächlich zeigte sich, dass die Affen sich immer mit dem Rohrsystem befassten, egal ob es Nüsse oder nur Holzwürfel enthielt – interessanterweise sogar häufiger mit der Holzwürfel-Variante. Da sie keinen Grund hatten, davon auszugehen, dass sie eine Belohnung bekämen (das Nuss-Experiment kam ja erst danach), ist es wohl so, dass sie sich tatsächlich der Herausforderung stellten, weil sie sie bewältigen wollten. Sie wollten ihren Kopf benutzen und die Aufgabe lösen, auch wenn sie für die Anstrengung nichts bekamen.

Und wie ist es bei euch? Knobelt ihr gerne oder mögt ihr Rätsel nur, wenn es etwas zu gewinnen gibt? ;-)

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 27. Februar 2013
 
 
 

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