Mimik ist universell

Studie: Bestimmte Gesichtsausdrücke ähneln sich auf der ganzen Welt.
Bild: ALAN COWEN.

Bild: ALAN COWEN

Eine Geburtstagsparty in Brasilien, eine Beerdigung in Kenia oder Proteste in Hong Kong - wenn es um starke Gefühle geht, dann nutzen Menschen auf der ganzen Welt die gleiche Mimik. Das haben Forscher_innen von der kalifornischen Berkely University herausgefunden. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Mit Hilfe von selbstlernenden Systemen analysierten die Forscher_innen Gesichtsausdrücke in 6 Millionen Videoclips von Menschen aus 144 Ländern in Nord-, Süd-, Mittelamerika, Afrika, Europa, dem mittleren Osten und Asien. Die Videos zeigten zum Beispiel Menschen dabei, wie sie fröhlich tanzen, ein Kind trösten oder Feuerwerk betrachten. Dabei wurden besonders Mimiken in den Blick genommen, die Gefühle wie Belustigung, Wut, Ehrfurcht, Konzentration, Verwirrung, Verachtung, Zufriedenheit, Sehnsucht, Enttäuschung, Zweifel, Hochgefühl, Interesse, Schmerz, Traurigkeit, Überraschung und Triumph zum Ausdruck bringen.

Der Vergleich dieser Mimiken von Menschen aus unterschiedlichen Ecken dieser Welt offenbarte erstaunliche Ähnlichkeiten. Studienautor Cowen stellte fest, dass Menschen auf der ganzen Welt in den Videoclips zum Beispiel dazu neigen, bei Feuerwerken in Ehrfurcht zu erstarren, bei Hochzeiten Zufriedenheit zu zeigen, bei Kampfsportarten konzentriert die Stirn zu runzeln, bei Protesten Zweifel zu zeigen, beim Heben von Gewichten Schmerzen zum Ausdruck zu bringen und bei Rockkonzerten und Sportveranstaltungen zu triumphieren. Menschen unterschiedlicher Kulturen teilen sich den Forscher_innen zufolge rund 70% der Gesichtsausdrücke in verschiedenen sozialen und emotionalen Situationen.

In einer Zeit, in der so viele Menschen Grenzen und Abgrenzung von anderen propagieren, zeigte die Studie eindrucksvoll, dass die Menschen auf dieser Welt über alle Grenzen hinweg doch in erster Linien eins sind: Fühlende Wesen, deren Gesichter eine universelle Sprache sprechen, die überall auf der Welt verstanden wird.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung; Bild: ALAN COWEN - Stand: 21. Dezember 2020