In Liebe verbunden

Studie untersuchte, wie sich die Kommunikation und das soziale Netzwerk von homo- und heterosexuellen Paaren unterscheiden

Wenn Studienergebnisse über Lesben und Schwule veröffentlicht werden, drehen sie sich meist um Benachteiligungen, Depressionen oder sonstige Nachteile, die ein homosexuelles Leben so mit sich bringen könnte. Eine neue Studie der UC Riverside rückt nun mal ein erfreulicheres Thema in den Mittelpunkt: die Kommunikation und das Netzwerk gleichgeschlechtlicher Paare. Laut der Forscherin Megan Robbins ist die kürzlich veröffentlichte Studie die erste, die die sozialen Netzwerke und täglichen Interaktionen hetero- und homosexueller Paare miteinander vergleicht.

Die positiven Seiten homosexueller Liebesbeziehungen
Schon in früheren Forschungen, konnte gezeigt werden, dass die Stärken homosexueller Beziehungen darin liegen, dass die Paare individuelle Unterschiede schätzen, und dass sie positive Emotionen und intensive Kommunikation pflegen. Aber diese Forschungsarbeiten haben diese Qualitäten - innerhalb und außerhalb der Paarbeziehung - nicht mit der von heterosexuellen Paaren verglichen. Der Vergleich sei aber wichtig, weil es so viele Forschungsprojekte gibt, die die Qualität von Liebesbeziehungen und anderer sozialer Bindungen mit Gesundheit und Wohlbefinden in Verbindung bringen. Unklar sei aber, ob dies auch auf Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zutrifft, weil sie in der Vergangenheit aus der Forschung ausgeschlossen worden seien, erklärte Robbins, die außerordentliche Professorin für Psychologie an der UCR ist. Dass es möglicherweise Unterschiede gibt, dafür spreche das Stigma, mit dem sexuelle Minderheiten konfrontiert sind, aber auch ihre Widerstandsfähigkeit.

Die Studie
Für die Studie rekrutierten Robbins und ihr Team homo- und heterosexuelle Paare in ganz Südkalifornien. Die Paare mussten in einer festen Beziehung sein, seit mindestens einem Jahr zusammenleben und körperlich sowie psychisch gesund sein. 77 Paare wurden aus den Bewerbungen ausgewählt: 24 Paare waren Frauen/Frauen, 20 waren Männer/Männer und 33 waren Männer/Frauen.

Die Teilnehmer_innen wurden im Abstand von einem Monat von den Forschenden zu einer Umfrage einegladen. In den Tagen nach den persönlichen Treffen erhielten sie mehrmals Text- oder E-Mail-Anfragen, in denen sie gefragt wurden, ob sie in den letzten 10 Minuten eine Interaktion mit ihrem Partner, einem Familienmitglied oder einem Freund hatten, dann wurden sie gebeten, die Qualität dieses Kontakts anhand einer Fünf-Punkte-Skala zu bewerten - eine als unangenehm, drei als neutral, fünf als angenehm.

Die Ergebnisse
Dabei stellte sich heraus, dass Paare in Mann-Mann-Beziehungen kleinere soziale Netzwerke hatten als Frau-Frau- und Mann-Frau-Paare. Die umfangreichsten sozialen Verbindungen wiesen Frauen auf, die in Beziehungen mit Männern waren. Dieses Ergebnis stimme mit früheren Untersuchungen überein, bei denen herauskam, dass schwule Paare die geringste Akzeptanz bei Familienmitgliedern erfahren, so Robbins. Die Hypothese der Forschenden war demnach auch, dass homosexuelle Paare ihre sozialen Netzwerke besonders auf jene Menschen reduzieren, von denen sie sich unterstützt fühlen, was auch die vorliegende Studie wieder bestärkte.

Wenn es aber Kontakt zu der eigenen Familie gab, war er den Berichten zufolge bei gleichgeschlechtlichen Paaren am intensivsten. Bei der Qualität der Interaktion mit Freund_innen gab es hingegen keinen Unterschied.

Bezogen auf den Umgang miteinander ergab die Studie, dass homosexuelle Paare offenbar eine bessere Kommunikations-Qualität an den Tag legten als Mann-Frau-Beziehungen. Möglicherweise könnte das auf eine größere Ähnlichkeit zwischen den Partner_innen zurückzuführen sein, weil sie zum einen die geschlechtliche Identität teilen, und es vielleicht auch insgesamt eine größere Gleichheit innerhalb des Paares gebe, vermuten die Forscher_innen.
"Wenn Männer und Frauen interagieren, tun sie dies möglicherweise aus einem kulturell aufgezwungenen Rahmen heraus, in dem männlich und weiblich als 'Gegensätze' betrachtet werden. Das schafft ein größeres Spannungspotential beim Umgang miteinander", erklärt Robbins.

Die Studie mit dem Titel "Social Compensation and Honing Frameworks" wurde im Journal of Social and Personal Relationships veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung