20 sein in 2020

Geschichten und Erfahrungen von jungen Europäer*innen im Corona-Sommer

Screenshot Summer of Solidarity

Wie fühlt es sich an, 20 Jahre alt zu sein und mitten im Start zu einem neuen aufregenden Lebensabschnitt von einem Virus wie Covid19 ausgebremst zu werden? Wie kommen Menschen in anderen Ländern mit dem Lockdown klar? Was machen unsere europäischen Nachbar_innen jenseits der Covid19-Lage? Weil es schwierig ist, in diesen Zeiten einander mal eben zu besuchen, haben junge Journalist_innen aus verschiedenen Ländern kurzerhand die Initiative "Summer of Solidarity" ins Leben gerufen. Ihr Ziel: sie wollen die Vernetzung in Europa trotz Reise- und Veranstaltungseinschränkungen stärken - so wie es eben gerade geht: online. Das Projekt will Menschen verbinden und eine Gemeinschaft aufbauen, "die über Grenzen hinausreicht und dazu beiträgt, Gedankenblasen aufzubrechen", heißt es in ihrem Manifest.

Mit Unterstützung neu gegründeter Medienunternehmen, freiberuflicher Journalist_innen, zivilgesellschaftlicher Organisationen, kultureller Gruppen und Bürgernetze soll zwischen dem 20. Juni und dem 20. August 2020 eine Plattform voller persönlicher Geschichten aus Europa entstehen. Einige davon sind schon online und erzählen von Balkon-Konzerten in Madrid während der Ausgangssperre, alternativen CSD-Veranstaltungen in Amsterdam oder einer ökologischen Bürger_innenbewegung, die die griechische Insel Korfu vor Massentourismus schützen will. Besonders inspirierend sind die Berichte junger Europäer_innen, die unter dem Titel "20 in 2020" veröffentlicht wurden. Hier erzählen - wie der Titel schon verrät - 20-Jährige aus Oslo, Rom, Budapest, London und Belgrad, in welcher Situation sie der Lockdown erwischt hat und was sie bis jetzt daraus gemacht haben.

Was die Geschichten eint, ist, dass sie Menschen eine Stimme geben, die in den großen Medien häufig nicht zu Wort kommen. Und das ist auch das Ziel der Initiator_innen: Sie möchten sich an junge Menschen wenden und ihre Geschichten abseits der ausgetretenen Pfade der Berichterstattung verbreiten. Ihr Manifest bringt es auf den Punkt: "Der 'Sommer der Solidarität' ist ein Versuch, eine einmalige Jahreszeit zu dokumentieren und zu versuchen, auch über die Zukunft nachzudenken. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem wir uns treffen, entdecken und debattieren können, zu einer Zeit, in der die Europäer nicht mehr wie bisher reisen und interagieren können. Wir wollen ein Mosaik menschlicher Erfahrungen zusammenführen - über alle möglichen Grenzen hinweg und bodenständig, um einen tieferen, umfassenderen Blick auf unseren Kontinent zu ermöglichen. Wir wollen Europa als einen Kontinent umarmen - einen menschlichen Raum, der nicht auf die EU-Mitgliedsländer beschränkt ist."

Schaut mal rein!

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 10 August 2020