Liefern lassen oder nicht?

Forscher_innen untersuchten den CO2-Abdruck von verschiedenen Einkaufsformen

Darüber lässt sich streiten: ist Online-Shoppen klimaschädlicher als in den Laden zu gehen? Was fällt stärker ins Gewicht? Die Transportwege und Verpackungen im Online-Versand? Oder der Betrieb von Läden und tausenden von Kund_innen, die dort hingehen (-fahren), um einzukaufen. Forscher_innen der niederländischen Universität Radboud University sind dieser Frage in einer Studie genauer nachgegangen. Sie analysierten die Wege von Konsumgütern in Großbritannien von der Produktionsstätte bis zur Haustür der Konsument_innen. Dabei waren Produkte, die regelmäßig konsumiert werden und viel in Supermärkten gekauft werden - etwa nicht verderbliche Lebensmittel, Waschmittel und Shampoos. Sie verglichen dann drei Arten einzukaufen: In einem reinen Online-Shop, in dem Online-Shop eines örtlich ansässigen Supermarkts oder in einem Supermarkt vor Ort. Die CO2 Abdruck wurde bestimmt, indem der Transportweg, die Lagerung, die Art der Zustellung und der Verpackung mit einberechnet wurde. Zudem wurde die jeweils bestellte Menge berücksichtigt.

Reiner Online-Lieferdienst schneidet am schlechtesten ab
Dabei kam heraus, dass der CO2 Abdruck durchschnittlich 1,5-mal größer ist, wenn die Konsument_innen selbst einkaufen gehen, statt sich die Produkte von einem ortsansässigen Supermarkt liefern zu lassen. Das liege aber vor allem daran, dass die meisten Einkäufe in Großbritannien mit dem Auto erledigt würden, erläutert Sadegh Shahmohammadi, einer der Autoren der Studie. Ein Lieferdienst eines Supermarkts vor Ort kann gebündelt liefern, anstatt dass jede_r einzelne die Strecke mit dem Auto zurücklegt. Allerdings sei das vor Ort Einkaufen dennoch deutlich weniger schädlich für das Klima, als sich die Produkte von einem reinen Onlinedienst liefern zu lassen. Diese lieferten grundsätzlich auf recht uneffektive Weise, erklärt Forscher Mark Huijbregts. Hier seien die Entfernungen nämlich deutlich größer, Waren würden zurückgefahren, wenn Leute nicht zu Hause seien und es führen halbleere Lieferwagen durch die Gegend.

Die letzte Meile spielt eine Rolle
Auf die Niederlande seien die Ergebnisse vermutlich nicht übertragbar, denn dort werde vor allem der Weg zum Supermarkt anders bestritten - etwa mit dem Fahrrad.
Die CO2 Bilanz von Lieferdiensten könnte hingegen deutlich verbessert werden, wenn mehr elektrische Fahrräder als Transportmittel verwendet würden.

Wenn ihr eure Einkäufe weitgehend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, braucht ihr euch keinen Kopf zu zerbrechen. Wenn ihr einen Lieferdienst bemühen wollt, dann nehmt den eines örtlichen Anbieters und macht dann am besten gleich einen Großeinkauf, damit ein Lieferwagen nicht extra wegen zwei Shampoo Flaschen zu euch fahren muss.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung