Vom Leben mit Essstörungen

Kurzfilme der BZgA geben Einblicke in die Gefühlswelt von Betroffenen und Angehörigen

Vor ein paar Jahren noch war das Thema Essstörungen viel öfter in den Medien als jetzt. Dabei zeigen nach wie vor etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zwischen 11 und 17 Jahren Auffälligkeiten in ihrem Essverhalten. Von 1.000 betrachteten Personen in einem Jahr leiden etwa 30 bis 50 erkennbar an einer Essstörung. Am häufigsten betroffen von allen Formen der Essstörungen, aber besonders von der Binge-Eating-Störung sind Mädchen und Frauen, wobei auch immer mehr Jungen und Männer erkranken.

Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, bei denen das Essverhalten und das Verhältnis zum eigenen Körper gestört sind. Oft sind aber die Anzeichen der verschiedenen Formen von Essstörungen – Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung – nicht bekannt. Ein Grund für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), drei neue Kurzfilme zum Thema Essstörungen herauszugeben, die jetzt online sind.

Ab wann ist man denn essgestört?
Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Nicht jede Person, die beim Essen ab und zu das Maß verliert, ist ernsthaft krank und nicht jede, die mithilfe einer Diät deutlich Gewicht verliert, ist magersüchtig. Wenn bestimmte Faktoren hinzukommen, können solche Verhaltensweisen jedoch der Beginn einer Essstörung sein, die in jedem Fall behandelt werden muss." Der Übergang von einem auffälligen zu einem krankhaften Essverhalten sei oft schleichend. Deshalb sollen die neuen BZgA-Filme Betroffene und ihr Umfeld sensibilisieren, genau hinzuschauen und im Zweifel eine Beratung in einer Kinder- und Jugendarztpraxis, Hausarztpraxis oder Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.

Einblick in die Gefühlswelt
Wie sich die Betroffenen, die an einer Essstörung leiden, fühlen, wie alles begann und wie Familie und Freund_innen darauf reagierten, wird sehr berührend in zwei Videos erzählt, die Auszüge aus anonymisierten, real stattgefundenen Beratungsgesprächen zitieren. Der dritte Kurzfilm liefert Hintergrundinformationen zu den Krankheitsbildern.

Obwohl Betroffene und ihr Umfeld einen hohen Leidensdruck haben, zögern sie oft, sich fachliche Hilfe zu holen. Die BZgA-Kurzfilme sollen Betroffene und Angehörige hierbei unterstützen. Denn je frühzeitiger eine Behandlung beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Beratungsstellen sind oftmals die erste Anlaufstelle und bieten eine wichtige Orientierungshilfe für weitere Behandlungs- und Therapieangebote.

Die neuen Kurzfilme, die Adressdatenbank und weitere Informationen findet ihr unter:

Mehr dazu auf in der Artikelsammlung LizzyNet

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