Wann wir uns unterstützt fühlen

Studie: Das Wahrnehmen von Unterstützung baut uns meist mehr auf als die tatsächliche Hilfe

Warten auf die Abiturnote, warten auf das Ergebnis der Bachelorarbeit, warten auf die Antwort auf ein Bewerbungsschreiben - dieser zermürbende Zustand kann uns ganz schön aus der Ruhe bringen. Da wünschten wir natürlich, unsere Liebste oder unser Liebster möge uns beistehen und uns in dieser Zeit unterstützen.

Ein Forschungsteam um Kate Sweeny von der University of California - Riverside hat nun in einer Studie den Zusammenhang zwischen der Aufmerksamkeit des Partners oder der Partnerin und dem Abbau von Stress in herausfordernden Wartezeiten untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass es eigentlich gar nicht so sehr darauf ankommt, ob wir in Stresssituationen tatsächlich unterstützt werden, sondern ob wir diese Hilfe auch wahrnehmen können.

Schon in der Vergangenheit hätten psychologische Studien auf die Diskrepanz zwischen erhaltener und wahrgenommener Unterstützung hingedeutet; so hätte sich gezeigt, dass die tatsächliche Unterstützung keinen Einfluss auf die Linderung von Stress hat und sogar noch mehr Stress verursachen könne, so das Forschungsteam. In der Wissenschaft nennt man dies "das Paradoxon der erhaltenen sozialen Unterstützung". "Manchmal, wenn wir Unterstützung von einer anderen Person erhalten, kann auch das auch negativ sein. Dann fühlen wir uns bedürftig, inkompetent oder emotional instabil," erklärt Sweeny. "Fühlen wir uns aber unterstützt, ohne tatsächlich darum gebeten zu haben, ist das meist viel besser", fügt sie hinzu.

Wann wir uns am ehesten unterstützt fühlen
Die jüngste Forschungsarbeit, die demnächst im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht werden soll, kommt zu dem Schluss, dass Testpersonen sich am Anfang und am Ende einer langen Wartezeit am besten unterstützt fühlten durch ihre Liebsten. In der Mitte der Zeitspanne war das Gefühl hingegen gesunken. Das sei auch nachvollziehbar, da die Ungewissheit am Anfang größer sei, wenn alles noch frisch ist und am Ende zunehme, wenn das Ergebnis unmittelbar bevorstehe. In diesen Zeiten seien die Menschen natürlich auch mehr auf Unterstützung eingestellt als in der Mitte der Wartezeit. Das würde wiederum erklären, warum wir uns dann am besten aufgehoben fühlen. Dennoch lohnt sich offenbar die Hilfe in der gesamten Wartephase, denn gestresste Partner_innen, die sich unterstützt fühlten, berichteten, dass sie besser schlafen und sich gesünder fühlten.

Interessant war auch ein weiteres Studienergebnis: Menschen, die positiver gestimmt waren, also Hoffnung und Optimismus in Bezug auf ihr Prüfungsergebnis empfanden, nahmen auch eher wahr, dass sich ihr_e Partner_in insgesamt mehr um sie kümmerte. Im Gegensatz dazu empfanden negativ und pessimistisch eingestellte Menschen, dass sich ihr Partner weniger um sie kümmerte.

Für ihre Studie untersuchte Sweeny 168 junge Absolvent_innen der juristischen Fakultät, die vier Monate lang  auf die Ergebnisse der Rechtsanwaltsprüfung warten mussten, von der ihre beruflich Zukunft abhing. Sie wählte diese Gruppe, weil sie einer anderen Art von wartebedingtem Stress ausgestezt sind, als Menschen, die zum Beispiel arbeitslos geworden sind oder trauern. Das Warten auf ein Prüfungsergebnis gebe zumindest ein gewisses Gefühl der Kontrolle über das, was kommen wird und was getan werden kann, um den Stress abzubauen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 7. September 2018
 
 

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