Selber schuld?

Studie: Wie Menschen die Ausgrenzung anderer beurteilen

Bild: Universität Basel, Christiane Büttner

Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben schon einmal soziale Ausgrenzung erlebt, sei es in der Schule, bei der Arbeit oder im Freundes- und Familienkreis, als Betroffene oder als Beobachtende. Wer Ausgrenzung beobachtet, findet sie häufig ungerecht und gemein. Dieses moralische Urteil wird aber davon beeinflusst, wie ähnlich oder unähnlich die betroffene Person den Gruppenmitgliedern ist, von denen sie gemobbt wird. Das zumindest war die Vermutung eines Forschungsteams der Universität Basel unter Leitung der Psychologin Dr. Selma Rudert. Das Team hat in fünf Studien erforscht, von welchen Hinweisen sich Menschen in solchen Urteilssituationen beeinflussen lassen. Die Zahl der Proband_innen bewegte sich je nach Studie zwischen 30 und 527. 

Draussen wegen Anderssein
Konkret zeigten die Forschenden den Probanden unterschiedliche Ausgrenzungssituationen, so etwa in einer fiktiven Chat-Diskussion, bei der drei Studierende eine Präsentation besprachen. Die etwas eigensinnigen Ideen und Vorschläge eines der Studierenden wurden dabei von den anderen beiden regelmässig ignoriert. Wenn nun die ausgegrenzte Person etwa eine andere Hautfarbe hatte als die beiden Ausgrenzenden, bewerteten Beobachtende diesen Ausschluss von aussen als ungerecht. Sie waren ärgerlich auf die beiden Ausgrenzenden und bewerteten diese als schlechte Kooperationspartner.

Waren sich die Gruppenmitglieder jedoch einigermassen ähnlich, änderte sich das Urteil: In diesem Fall schrieben die Beobachtenden eher der ausgegrenzten Person die Schuld am Ausschluss zu, unterstellten ein Fehlverhalten und wollten nichts mit ihr zu tun haben.

Die Forscher_innen glauben, dass diese Erkentnisse wichtig für den Umgang mit Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz sein können. Wenn sich Menschen zu stark von oberflächlichen Hinweisen leiten und dabei tatsächliche Informationen ausser Acht lassen, könne es schnell zu Fehlurteilen mit gravierenden Konsequenzen kommen. Wer unschuldig ausgegrenzt werde und von Außenstehenden keine Unterstützung erhalte, werde noch stärker isoliert.  «Im Idealfall sollte man daher immer versuchen», so Rudert, «die ganze Geschichte hinter einer Ausgrenzung zu verstehen, bevor man sich zu einem schnellen Urteil hinreissen lässt», erklärt Rudert.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift «Journal of Personality and Social Psychology» veröffentlicht.

Quelle:

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Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion - Stand: 22. Juni 2018
 
 
 

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