Interview mit Timo Zemlin

Die Hauptfigur seiner Geschichte ist kein Held oder Moralapostel, der gegen die großen Umweltsünder kämpft, sondern ein Mensch, der die Wichtigkeit der Umwelt erst noch lernen muss.

Der Privatdetektiv Steve Nightfield mag die Dinge gerne einfach. Ein Lebensstil, der auf die Probe gestellt wird, als ihn Mr. Mortis beauftragt eine Frau namens Zoe zu finden. Denn schon bald muss er feststellen, dass sowohl Mr. Mortis als auch Zoe nicht die sind, für die er sie hält. Eine schwere Entscheidung wartet auf Steve.

Über den Nachwuchsautor:
Aufgewachsen ist Timo Zemlin im Westerwald. Schon als Kind liebte er Geschichten über alles und begann daher schon früh mit dem Schreiben. Der junge Autor hat einen Hang zur Fantasy und etwas düsteren Szenarien, was sich in seinen Geschichten niederschlägt.

Das Thema "Umwelt" in eine Detektivgeschichte zu verpacken, ist recht ungewöhnlich. War für dich von Anfang an klar, dass deine Geschichte eine düstere Fantasy-Geschichte werden soll?
Schon am Anfang war für mich klar, dass meine Geschichte düsterer werden sollte. Die Fantasy-Elemente kamen erst später hinzu. Die „Occult detective“-Thematik erlaubte es mir, das Thema „Umwelt“ ein wenig zu verstecken. Erst im Verlauf der Geschichte wird ersichtlich, worum es eigentlich geht.

Ihr solltet zunächst ein Exposé einreichen, inklusive Textprobe, Charakterisierung der Hauptfiguren etc. Wie bist du vorgegangen? Hattest du deine komplette Geschichte bereits im Kopf oder hat sich diese später beim Schreiben entwickelt oder vielleicht sogar geändert?
Ich habe recht lange gebraucht, bis ich die Idee für das Exposé hatte. Aber mit dem Exposé standen die wichtigsten Eckpfeiler der Geschichte fest und wurden auch nicht mehr geändert. Allerdings handelte es sich dabei nur um den groben Verlauf der Handlung. Die einzelnen Szenen, wie z.B. die in Jacob's Bar, kamen erst beim Schreiben dazu.

Welche Rolle spielt die Umwelt in deiner Geschichte?
Für mich war es wichtig, einen Alltagsmenschen in den Vordergrund zu stellen. Kein Held oder Moralapostel, der gegen die großen Umweltsünder kämpft, sondern ein Mensch, der aus Bequemlichkeit selbst der Umwelt schadet und ihre Wichtigkeit erst noch lernen muss.

Was fiel dir während des Schreibprozesses besonders leicht, was fiel dir schwerer?
Das ist schwer zu sagen. Die Geschichte wurde in Etappen geschrieben. Es gab Passagen, bei denen ich kaum Schwierigkeiten hatte. Während ich an anderen Stellen verzweifelte, bis ich eine rettende Lösung gefunden hatte.

Jens Schumacher hat dich als Mentor während des Schreibprozesses begleitet. Was hast du von ihm lernen können?
Ich habe von Jens vor allem sprachlich etwas lernen können. Meinen Schreibstil verbessert, damit Sätze natürlicher und flüssiger klingen oder Dialoge mehr Persönlichkeit zeigen. Aber er hat mir auch etwas über die Formalien gezeigt. Beispielsweise die richtige Setzung eines Manuskriptes.

Wie war es für dich, deine Geschichte auf der Leipziger Buchmesse und "Huch ein Buch!" in Darmstadt vor Publikum vorzustellen?
Im Vorfeld war ich sehr nervös. Doch in dem Moment, in dem ich die Geschichte gelesen habe, verflog diese Nervosität und ich habe die Zeit genossen. Anschließend war ich etwas überrascht, dass alles schon vorbei war und auch ein wenig traurig darüber.

Wirst du weiter schreiben und hast du schon neue Ideen?
Ideen habe ich eigentlich immer. Wahrscheinlich mehr, als ich jemals umsetzten könnte. Mein nächstes Projekt wird etwas umfangreicher, daher bin ich gespannt, wie es sich entwickeln wird.

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