Zu viel Netz macht unzufrieden

Studie: Vor allem bei Frauen leidet das Wohlbefinden

Wer exzessiv viel im Internet herumhängt, ist weniger zufrieden mit seinem Leben. Das trifft auf Frauen offenbar besonders stark zu, denn ihre Lebenszufriedenheit wird von Online-Sucht stärker beeinträchtigt als die von Männern.

Das haben Wissenschaftler_innen der Universität Ulm um Bern Lachmann in einer Studie mit über 4.850 Teilnehmer_innen herausgefunden. Die Forscher_innen hatten Männer, Frauen und Jugendliche, die zu Besuch auf der MS Wissenschaft waren, per digitalem Fragebogen auf Tablets zu ihrer Internetnutzung und Lebenszufriedenheit befragt. Das Ausstellungsschiff des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) war zu dieser Zeit unter dem Motto "Digitale Gesellschaft" auf den Wasserstraßen in Deutschland und Österreich unterwegs.

Bei der Auswertung der zahlreichen Fragebögen zeigte sich, dass die Lebenszufriedenheit grundsätzlich leidet, wenn die Internetnutzung problematisch ist. Um zu erfassen, wann eine Nutzung als "problematisch" einzustufen ist, verwendeten Lachmann und sein Team einen bestimmten Internet-Abhängigkeitstest (short Internet Addiction Test - s-IAT). Dieser erfragt suchttypische Verhaltensauffälligkeiten wie sozialer Rückzug, Vernachlässigung von Alltagspflichten, Verlust der Impulskontrolle, Heimlichtuerei im Hinblick auf die Internetnutzung, Schlafmangel sowie Entzugserscheinungen wie Depression und nervöse Unruhe.

Als problematisch eingeschätzt wurde von den Wissenschaftler_innen die Internetnutzung von 28 Prozent der männlichen Studienteilnehmer und von gut 24 Prozent der weiblichen. Der jeweilige überwiegende Restanteil blieb dabei im unauffälligen Bereich.

Vor allem Frauen mit problematischer Internetnutzung zeigten eine stärkere Beeinträchtigung ihrer Lebenszufriedenheit - besonders in den Bereichen Gesundheit und Freizeit. Die Forscher_innen vermuten, dass Männer möglicherweise eine "höhere Reizschwelle oder bessere Strategien zur Bewältigung des Online-Rauschs" haben. Gründe könnten aber auch sein, dass Frauen und Mädchen das Internet anders nutzen als Männer. "Während Männer häufiger als Gamer in Online-Spielen unterwegs sind, fühlen sich Frauen mehr von sozialen Netzwerken angezogen", erläutert Lachmann. Wie ältere Studien bereits zeigten, kann die ausufernde Nutzung sozialer Medien negative Gefühle wie Neid verstärken.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Psychiatry Research" veröffentlicht.

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 31. März 2016
 
 
 

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