Reale Freundschaften siegen

Studie: Ohne persönliche Interaktion werden aus Freunden nur oberflächliche Bekannte.

Es gibt gute Neuigkeiten für diejenigen unter euch, die noch nie sonderlich aktiv in sozialen Medien waren. Denn auch wenn oft angenommen wird, dass sie dabei helfen, mit mehr Menschen in Kontakt zu treten und mehr Freunde zu haben, sind Online-Freundschaften denen im realen Leben nicht überlegen.

Die Anzahl von Beziehungen, die man im realen Leben aufrechterhalten kann, wird stark von der Zeit beeinflusst, die man auf das Treffen und Reden mit anderen Menschen verwenden kann. Einen weiteren Faktor bildet die Fähigkeit des Gehirns, eine Anzahl von Beziehungen zu verarbeiten. So bildet sich eine natürliche Größe von 100 bis 200 Beziehungen, die der Mensch durchschnittlich gleichzeitig führen kann. Diese Annahme wird auch „Social Brain Hypothesis“ genannt.

Nun wollten die Forscher der University of Oxford herausfinden, ob diese Begrenzung auch für Online-Freundschaften gilt. Schließlich wird häufig angenommen, dass soziale Netzwerke die Einschränkungen, die es im realen Leben gibt, überwinden könnten. Einträge, Tweets und Fotos erlauben uns, mit vielen Menschen gleichzeitig zu kommunizieren, selbst wenn die Interaktion nicht direkt ist. Ob diese Art der Kommunikation dabei hilft, mehr Freundschaften zu schließen, sollte mithilfe zweier Fragebögen getestet werden. Professor Robin Dunbar von der University of Oxford leitete die Befragung von 3300 Teilnehmern.

Bei der Auswertung der Fragebögen stellte sich heraus, dass selbst die Menschen, die häufig soziale Medien nutzen, laut erstem Fragebogen durchschnittlich 155 Facebook-Freunde haben, der Durchschnitt des zweiten Fragebogens lag bei 183 Freunden. Diese Zahlen liegen also innerhalb des Rahmens, den die Social Brain Hypothesis vorgibt.

Für die erste Umfragegruppe waren jedoch nur 28% ihrer Facebook-Freundschaften enge Freunde und als sie gefragt wurden, an wie viele ihrer Online-Freunde sie sich in Notlagen wenden würden, gaben sie Zahlen von vier bis 14 an. Diese Zahlen passten erneut zu den Schätzungen der Hypothese für Freundschaften im realen Leben.

„Soziale Medien verlangsamen sicherlich die sinkende Qualität von Beziehungen, die einsetzt, sobald wir Menschen nicht mehr persönlich treffen können“, erklärt Professor Dunbar. „Aber keine noch so große Menge an sozialen Medien wird verhindern, dass ein Freund allmählich zu nur einer weiteren Bekanntschaft wird, wenn man sich nicht mehr persönlich sieht. Da ist etwas an der Interaktion von Angesicht zu Angesicht, das von höchster Bedeutung zum Aufrechterhalten von Freundschaften ist. Von Zeit zu Zeit das Weiße im Auge des Anderen zu sehen scheint enorm wichtig für Freundschaften zu sein.“

Reblogs, Selfies oder Likes können gemeinsame Erfahrungen und Unternehmungen also nicht ersetzen. Davon sind wir zwar auch schon vor der Studie ausgegangen, aber jetzt haben wir immerhin einen wissenschaftlichen Beleg. ;-)

Quelle

Autorin / Autor: Jana Schaefer - Stand: 20. Januar 2016
 
 

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