Dialog auf Augenhöhe – Den Unternehmenswandel gestalten

Abschlussforum MINTrelation – Zukunftswerkstatt Technikberufe - Thementag mit Vorträgen, Workshops und der Vorstellung der innovativen MINTtoolbox

Wie können kleine und mittelständische Unternehmen aus der IT- oder Technikbranche mehr weibliche Fachkräfte gewinnen? Wie sieht eine Unternehmenskultur aus, in der sich alle Beschäftigten wertgeschätzt fühlen? Und wie sollten sich kleine und mittlere Unternehmen nach außen darstellen, um als attraktiver Arbeitgeber auf einem heiß umkämpften Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden?

Elf Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) haben im Rahmen des Modellprojektes „MINTrelation – Zukunftswerkstatt Technikberufe“ genau an diesen Themen drei Jahre erfolgreich gearbeitet und den Wandel hin zu einer frauen- und familienfreundlicheren Unternehmenskultur vollzogen. Ziel von MINTrelation war es, diesen Prozess zu unterstützen und so die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen zu stärken. Am 18. Februar 2016 wurden beim Abschlussforum in der Fachhochschule Bielefeld die Ergebnisse des Projekts einer breiten (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt.

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Der Einladung des Branchen- und Innovationsnetzwerks OWL MASCHINENBAU e. V. und der LizzyNet GmbH waren etwa 130 Fachleute gefolgt, um gemeinsam den "Dialog auf Augenhöhe" zu führen. Nach der Eröffnungsrede der Gastgeberin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld diskutierten Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen und Reimund Overhage, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, welche Veränderungen durch die Digitalisierung, also durch Industrie 4.0 und Arbeit 4.0, auf die Arbeitswelt zukommen. Beide Redner betonten, dass der Mensch im Mittelpunkt dieser Veränderungen stehen und die Beschäftigten aktiv an der Gestaltung dieses Prozesses beteiligt werden müssten. Dabei würden Kultur, Eigenverantwortlichkeit und Werte eine viel größere Rolle einnehmen als bisher.

Silke Eilers, vom Institut für Beschäftigung und Employability, Ludwigshafen sprach in ihrer Keynote darüber, warum es für Unternehmen wichtig ist, mehr in eine vielfältige Belegschaft zu investieren. Deutschland habe trotz steigender Migration ein demografisches Problem, das im Nachwuchskräftemangel sichtbar werde. Wenn Unternehmen in Branchen mit geringem Frauenanteil aber mehr weibliche Fachkräfte gewinnen wollten, sollten sie an Stereotypen in der Unternehmenskultur und an Themen wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie arbeiten.

Imke Rademacher, stellvertretende Geschäftsführerin von OWL MASCHINENBAU e.V. stellte die wirtschaftliche und technologische Vorreiterstellung der Region OstWestfalenLippe heraus, lobte die Zusammenarbeit im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberuf und dankte allen beteiligten Firmen für ihre Einsatzbereitschaft. Ulrike Schmidt, Geschäftsführerin der LizzyNet GmbH und Projektleiterin von MINTrelation präsentierte zum Abschluss des Vormittagsprogramms die MINTtoolbox, eines der zentralen und nachhaltigen Ergebnisse des Projekts. Die MINTtoolbox enthält zahlreiche praxisnahe Ideen zu den Themen Nachwuchsgewinnung, Familienfreundlichkeit, Employer Branding, Ausbildungsmarketing und Unternehmenskultur und zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus den an MINTrelation beteiligten Unternehmen. 

Am Nachmittag stellten Unternehmen aus der Region OstwestfalenLippe in drei verschiedenen Workshops ihre Erfahrungen und Programme zu den Themen Nachwuchsgewinnung, Unternehmenskultur und Arbeitgeberattraktivität vor und luden die Anwesenden zu einem Erfahrungsaustausch ein. In der abschließenden Podiumsdiskussion betonten die Diskutanten, wie wichtig es sei, diese Themen auch nach Ende des Projekts im Blick zu behalten. Gabriele Hiltl, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt von der Agentur für Arbeit Bielefeld forderte im Zusammenhang mit dem Thema Mädchen in MINT-Berufen zu "sympatischer Beharrlichkeit" auf. Auch Prof. Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. ermutigte die Firmen, "nicht aufzugeben". Das Projekt MINTrelation habe bewiesen, dass auch kleine und mittlere Unternehmen in der Lage sind, gutes Arbeitgebermarketing auf die Beine zu stellen, um mehr Frauen zu gewinnen; Unternehmen müssten nur selbstbewusster nach außen darstellen, welche tollen Angebote sie für Arbeitnehmer/innen bereithalten.

Im Rahmen der Ausstellung der beteiligten Unternehmen nutzten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, weiter mit den Projektpartnern und den beteiligten Firmen ins Gespräch zu kommen und eine Fotoausstellung zu besuchen, die im Rahmen des Projekts entstanden ist.

Zum Modellprojekt
MINTrelation – Zukunftswerkstatt Technikberufe“ wird als Referenzprojekt (Laufzeit April  2013 – April 2016) für die Region OstWestfalenLippe (OWL) durch die LizzyNet GmbH, Betreiberin des Onlineportals für Mädchen und junge Frauen und das Branchen- und Innovationsnetzwerk OWL MASCHINENBAU aufgebaut. Ein Expertenrat aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit begleitet das Projekt. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die Veranstaltung in der Presse

Zum vollständigen Programm

Hier geht es zur MINTtoolbox

Nähere Infos zum Projekt finden Sie unter

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 19. Februar 2016
 
 
Frau vor Einsen und Nullen
 
 

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