Vielseitig interessiert und auf YouTube unterwegs

JIM-Studie 2015 zur Mediennutzung Zwölf- bis 19-Jähriger veröffentlicht

Welche Themen interessieren dich? Und wo informierst du dich über Neuigkeiten? Im Internet, Fernsehen oder Radio? Welche Mediengattungen je nach thematischem Interesse von Jugendlichen bevorzugt zur Information genutzt werden, untersucht die JIM-Studie. Im Rahmen der JIM-Studie 2015 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, wurden Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland zu 14 vorgegebenen Themenkategorien gefragt, wie wichtig es für sie sei, über neue Entwicklungen dieser Themen schnell Bescheid zu wissen. Im zweiten Schritt wurde nach den am häufigsten genutzten Informationsquellen zu den jeweiligen Themen gefragt. Am stärksten ist das Interesse der Jungen und Mädchen an der Lösung persönlicher Probleme (87 %) sowie am aktuellen Weltgeschehen (83 %). Etwa drei von vier Jugendlichen ist es (sehr) wichtig, über Neues aus der Welt der Musik (78 %) und dem Themenfeld „Ausbildung und Beruf“ (75 %) schnell Bescheid zu wissen. Zwei Drittel der Jugendlichen wollen beim Thema Smartphone (65 %) auf dem Laufenden sein. Gut die Hälfte der Jugendlichen zeigt bei Bundespolitik (59 %), Sport auf bundesweiter oder internationaler Ebene (57 %), Lokalsport (54 %), Lokalpolitik (54 %) und Fernsehsendungen und -serien (53 %) ein gesteigertes Informationsbedürfnis.

Internet die bevorzugte Informationsquelle für Soft-News
Betrachtet man die Informationspräferenzen zu jedem spezifischen Themengebiet, so ist das Internet für acht von 14 Themen die bevorzugte Informationsquelle. Dies gilt für das Thema Smartphone sowie für die „Soft News“-Themen Musik, Stars und Mode sowie Veranstaltungen oder Konzerte in der Region. Das Fernsehen hingegen ist beim aktuellen Zeitgeschehen, bei Sport in Deutschland sowie Bundespolitik das Informationsmedium erster Wahl. Die Tageszeitung hat ihre spezifische Stärke in der Lokalberichterstattung und spielt für die Themen Lokalpolitik und Lokalsport die wichtigste Rolle. Während die Information über das Internet für einige Themen überwiegt, können gewisse Informationsbedürfnisse der Jugendlichen offenbar besser durch die „traditionellen“ Medien erfüllt werden: Tageszeitung und Fernsehen werden bei politischen und lokal relevanten Themen sowie dem aktuellen Zeitgeschehen („Hard News“) klar bevorzugt.

YouTube vor Facebook und WhatsApp

61 Prozent der deutschen Jugendlichen benennen laut JIM-Studie YouTube als liebstes Internetangebot, mit weitem Abstand folgen Facebook (36 %) und der Messengerdienst WhatsApp (29 %). Mit 94 Prozent zählen fast alle Zwölf- bis 19-Jährigen generell zu den Nutzern von YouTube, vier von fünf Jugendlichen (81 %) sehen sich mindestens mehrmals pro Woche Videoclips auf YouTube an, jeder Zweite nutzt die Videoplattform nach eigenen Angaben sogar täglich (52 %). Dabei sind Musikvideos bei den YouTube-Nutzern am beliebtesten: Innerhalb von 14 Tagen nutzen 78 Prozent Musikclips, auf dem zweiten Rang folgen lustige Clips (66 %), Platz drei belegen Tutorials (43 %), also Filme, in denen Dinge gezeigt und er-klärt werden. „Let`s play-Videos“ – hier kann man Anderen beim Spielen digitaler Games zusehen – werden von 38 Prozent genutzt, 34 Prozent schauen sich mindestens einmal in 14 Ta-gen Sportvideos an. Inhalte, die schon einmal im Fernsehen gezeigt wurden, werden von einem Viertel (24 %) angeschaut, jeweils 22 Prozent finden Gefallen an Produkttests oder Action-Cam-Videos.

Bei der konkreten Frage nach den liebsten YouTube-Kanälen verteilen sich aufgrund der Viel-zahl verfügbarer Angebote die Angaben. Mit acht Prozent der Nennungen liegt „LeFloid“ auf dem ersten Platz. Den zweiten Rang teilen sich die fast ausschließlich von Mädchen favorisier-ten Angebote „Bibis Beauty Palace“ und „Dagi Bee“ mit jeweils sechs Prozent. Die „Let`s plays“ von „Gronkh“ werden mit vier Prozent der Nennungen auf den dritten Platz gevotet.

Die Befragung

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2015 telefonisch befragt

Quelle

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 1. Dezember 2015