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foodwatch-Studie: Lebensmittelwirtschaft bewirbt trotz Selbstverpflichtung weiterhin ungesunde Lebensmittel bei Kindern

Große Akteure der Lebensmittelindustrie haben 2007 mit viel Tamtam im Rahmen einer Initiative der Europäischen Union eine Selbstverpflichtung  unterzeichnet, den sogenannten "EU-Pledge", demzufolge sie bei Kindern unter 12 Jahren nur noch solche Lebensmittel bewerben, die bestimmte Nährwertanforderungen erfüllen  - also nicht zu fett, zu süß, zu ungesund sind. Und? Hat diese Selbstverpflichtung irgend etwas gebracht? Das haben die Verbraucherschützer_innen von foodwatch gemeinsam mit der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe in einer aktuellen Studie überprüft.

Das Ergebnis: Alles nur leere Versprechungen. "Mit der wohlklingenden Selbstverpflichtung inszeniert sich die Lebensmittelbranche zwar als Vorreiter im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung –vermarktet aber gleichzeitig tonnenweise Süßigkeiten und Junkfood gezielt an Kinder", kritisiert foodwatch. Insgesamt 281 bei Kindern beworbene Lebensmittel wurden in der Studie getestet, 90 % davon fielen durch, weil sie zu süß, zu fett, zu kalorienreich und ungesund waren.

Das vernichtende Urteil der Verbraucherschützer_innen zum EU-Pledge:

Die Nährwertgrenzen, wonach ein Produkt als ungesund gilt, sind im Vergleich zu den Nährwertkriterien der WHO/Europa
zu lasch! Außerdem sind zwei der wichtigsten Marketingkanäle (Verpackungsgestaltung und Werbung am Verkaufsort) von der Selbstverpflichtung ausgeschlossen. Denn es ist darin lediglich von Werbung im TV, Print, auf unternehmenseigenen sowie auf Webseiten Dritter die Rede, nicht aber die von all den lustigen bunten Comic-Figuren auf Verpackungen, Gewinnspielen und Gratisbeigaben, die Kinder direkt im Supermarkt anlachen.

Foodwatch kritisiert außerdem, dass längst nicht alle Lebensmittelunternehmen das EU Pledge unterschrieben haben und fordern außerdem eine Hochsetzung der Altersgrenze auf 16 Jahre. An Kinder unter 16 Jahre sollte nur Marketing gerichtet sein, welches sich auf Lebensmittel bezieht, die die Nährwertkriterien des WHO/Europa-Modells erfüllen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Foodwatch - Stand: 25. August 2015
 
 

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