Hier bin ich richtig!

Laura berichtet über ihre Zeit am "Katholischen Mädchengymnasium St. Agnes Stuttgart"

Als ich zu Beginn der Sommerferien den Entschluss fasste die Schule zu wechseln, hatte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mich ab der neunten Klasse im katholischen Mädchengymnasium St. Agnes wiederfinden würde. Mein Vater unterbreitete mir den Vorschlag, mir doch einmal diese Schule genauer anzuschauen, da er schon viel Gutes darüber gehört habe. Zu diesem Zeitpunkt war mir der Name St. Agnes noch nicht zu Ohren gekommen. Begeistert war ich nicht, schließlich war ich weder eine Zicke noch begeistert mich mitten unter solche zu mischen. Doch zu einer unverbindlichen  Besichtigung willigte ich allein aus Neugier ein. An einem Mittwochmorgen mitten in den Sommerferien passierte mit mir das, was auch meinen Mitschülerinnen passierte - wie ich später von ihnen erfuhr. Beim Betreten des Schulgebäudes machte mein Herz einen Satz und eine Stimme in mir sagte: „ja da bist du richtig.“ Und das war ich auch.

Ab Klasse neun bis zum Abitur lernte ich also in einem Klassenzimmer voller Mädchen. Was heißt das konkret? Im Vergleich zu meinem vorherigen gemischten Gymnasium war das Interesse am Unterrichtsstoff größer und die Anzahl der Nebenschauplätze im Klassenzimmer geringer. Besonders schätzte ich die deutlich ruhigere, diszipliniertere und aufmerksamere Arbeitsstimmung. In meinem Erleben wurde sich untereinander mehr geholfen und man erklärte sich Dinge auch mal gegenseitig in der Pause, ohne gleich als Streberin abgestempelt zu werden. Sehr deutlich spürte ich einen Unterschied in den Unterrichtsfächern in Mathe und Physik. Zum einen erklärten die Lehrer_innen die Inhalte auf eine im positiven Sinne andere Weise als ich es von meinem vorherigen gemischten Gymnasium gewohnt war. Zum anderen war es völlig normal, solange nachzufragen bis man es verstanden hatte. Augenverdrehen oder Stöhnen, wie ich es von meiner vorherigen Schule in diesem Zusammenhang kannte, kamen so gut wie nicht vor. Im Gegenteil, gegenseitige Hilfsbereitschaft, ein offener, freundlicher Umgang in der Klassen- und in der Schulgemeinschaft sowie zwischen Schülerinnen und Lehrer_innen wurde sehr hoch gehalten. Man setzte sich füreinander ein und diskutierte die Dinge bis zum Schluss aus. Dieses relativ harmonische soziale Miteinander, bei einer gleichzeitigen konzentrierten Arbeitsatmosphäre hängt mit Sicherheit auch mit der Abwesenheit der Jungs zusammen.

Die Suche nach einer passenden Lernumgebung führt bei jedem_r zu einem anderen Ergebnis und hängt von einer Vielzahl von individuellen Faktoren ab. Ich sehe die Vorteile darin, dass durch die Trennung gewisse soziale Prozesse vom Schulunterricht getrennt werden. Das ermöglicht eine bessere Konzentration auf den selbigen und bietet die Freiheit, Dinge auszuprobieren, die man sich unter andern Umständen weniger zugetraut hätte. Dies führe ich darauf zurück, dass man sich weniger beobachtet durch das andere Geschlecht fühlt. Dies kann das Selbstvertrauen stärken. Gleichzeitig kann diese soziale Durchmischung auch fehlen, wenn beispielsweise Diskussionen über den Ablauf des nächsten Schullandheims zu ausufernd oder Streitigkeiten zwischen Mitschülerinnen unnötig dramatisiert werden. Davon waren einige meiner Mitschülerinnen gerade in der Mittelstufe sichtlich genervt. Meistens jedoch nur temporär. Für mich persönlich hat das Positive überwogen. Ich habe meine Entscheidung zum Schulwechsel auf das katholische Mädchengymnasium St. Agnes nicht bereut.

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Autorin / Autor: Laura - Stand: Juli 2015
 
 
 

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