Diagnose "Cyberchondrie"

Warum Internetdiagnosen nicht gesund machen

Bild: LizzyNet

Bevor ich zum Arzt gehe, kann ich ja auch erst mal die Suchmaschine befragen, denken sich anscheinend immer mehr Menschen. Wer suchet, der findet, heißt es. Und wer seine Symptome im Internet eingibt, findet so einiges. Schnell hat man einen bösartigen Tumor ausfindig gemacht, wo gar keiner ist oder glaubt an Tollwut zu leiden. Und bei all der Aufregung, die die Recherche erzeugt, steht man womöglich auch noch kurz vorm Herzinfarkt – oder was sagt die Suchmaschine wohl zu rasendem Herzen und schwitzenden Händen?

Eigentlich wissen wir doch alle, dass die Diagnose übers Internet nicht nur in die Irre führt, sondern auch noch irre macht. Cyberchondrie („Cyber“ und Hypochondrie“) nennt man die wahnhafte Recherche nach Krankheitssymptomen im Internet, die zu meist haarsträubenden Selbstdiagnosen führt. Eine aktuelle Studie der Queensland University of Toronto hat einmal mehr bestätigt, dass die Internetrecherche nach Krankheitssymptomen zu irreführenden Ergebnissen führt und eher schadet als nützt.

Die Forscher_innen zeigten den Teilnehmenden Fotos von Menschen mit Haarausfall, Gelbsucht oder Schuppenflechte und wollten von ihnen wissen, welche Suchbegriffe sie zur Diagnose wählen würden. Bei der Gelbsucht gaben sie beispielsweise „gelbe Augen“, „Augenkrankheit“ oder „der weiße Teil des Auges ist grün“ ein. Zur richtigen Diagnose führte die Suche selten. Nur drei von zehn Suchergebnissen seien laut den Forschern für eine Selbstdiagnose hilfreich gewesen. Das führe entweder dazu, dass man eine falsche Selbstdiagnose stelle oder immer weiter suche und sich somit durch die zahlreichen möglichen Erkrankungen immer mehr Sorgen um die eigene Gesundheit mache. Wer zum Beispiel schlimmen Schnupfen hat und seine Symptome in die Suchmaschine eingibt, könne nach ein paar Klicks glauben, er habe eine gefährliche Gehirnkrankheit. Dies habe unter anderem auch damit zu tun, wie Suchmaschine die Ergebnisse gewichten. Denn Seiten über Gehirntumore werden beispielsweise häufiger geklickt als solche über Grippe und stehen daher in den Suchergebnissen weiter oben, sagt Studienleiter Dr. Guido Zuccon.

Die Internetsuchmaschine sei also nicht die beste Anlaufstelle um herauszufinden, was mit einem nicht stimmt. Als hätten wir das nicht geahnt ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion / PM - Stand: 12. Mai 2015
 
 
 

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