Rolle rückwärts?

Staubsaugerstudie: Rollenbilder sind in den letzten 20 Jahren traditionell geblieben

Sie hütet die Kinder, sie macht die Hausarbeit und wenn sie arbeiten geht, dann bestenfalls halbtags. Er hingegen macht Karriere, wegen Kindern nur noch halbtags zu arbeiten, kommt nicht ernsthaft in Frage.

Zu diesem erschütternden Ergebnis kommt in seiner 9. Familienstudie das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk, das sich vor allem durch hochwertige Staubsauger einen Namen gemacht hat. Für die Studie, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach, wurden insgesamt 1.548 Personen befragt. Die Daten aus diesem Jahr konnten teilweise mit Daten aus dem Jahr 1993 verglichen werden.

Der Studie zufolge können sich heute lediglich 40 % der Männer vorstellen, wegen Kindern im Beruf kürzer zu treten. 1993 waren das noch 47%. Auch die Frauen scheinen ihren Männern Abstriche bei der Larriere zugunsten der Kinder nicht zuzutrauen oder nicht zumuten zu wollen. Nur noch 48% können sich das heute vorstellen (1993 waren es noch 54 %).
Halbtags arbeiten als Mann? Bloß nicht. Nur 30 Prozent finden das denkbar, 1993 waren es immerhin noch (traurige) 33%. Dennoch scheint die Akzeptanz von Elternzeit für Männer insgesamt gewachsen zu sein - klar, sie betrifft ja auch nur einen sehr begrenzten Zeitraum - ebenso wie die Betreuung von Kindern am Abend. Wenn die Frau mal ausgehen will, sind Männer heute eher bereit, zu Hause zu bleiben.

Danke schön gegen Ungleichheit?
Somit bleibt auch die Familien- und Hausarbeit häufig Frauensache: Knapp 80 Prozent der befragten Mütter sagen, dass die Hauptlast der Familienarbeit bei ihnen liegt. Aber immerhin 62 Prozent der Frauen sehen ihre Leistungen für die Familie durch ihren Partner ausreichend anerkannt.
"Als Dankeschön reicht Frauen meist, dass ihr Partner öfter mal "Danke" sagt. Auch eine Einladung zum Essen, eine Kleinigkeit als Geschenk und Blumen kommen gut an". Spätestens beim Lesen dieses Satzes - entnommen der Pressemitteilung zur Studie - sollte der eine oder die andere Pickel bekommen. Denn dieser Satz veranschaulicht, wie sehr Studien auch Einfluss nehmen. Sie bilden nicht die Wirklichkeit ab, sondern erzeugen eine eigene Welt, indem sie die erfragten Daten in bestimmter Weise darstellen und interpretieren. Und hier ist es ganz offensichtlich eine Staubsauger-Heile-Welt, in der die alte Ordnung doch irgendwie ihre Richtigkeit hat, weil alle sie doch wollen und mit ihr einverstanden sind. Sollten dann doch hier und da mal kleine Unzufriedenheiten aufkommen, können sie ruckzuck mit ein paar Blümchen oder einem freundlichen Danke wieder ausgebügelt werden.

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Autorin / Autor: Redaktion / pressemitteilung - Stand: 27. November 2013
 
 

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