Erwachsen
Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Lupelie, 19 Jahre
Ich kam nach Haus,
die Tasche noch schwer,
Mama war da,
und die Küche roch noch nach mehr.
Sie fragte, wie mein Schultag war,
und alles erschien so einfach, so wunderbar.
Ein Teller auf dem Tisch,
ein Lächeln im Gesicht,
mehr brauchte ich zum Glücklichsein damals nicht.
Heut komm ich nach Haus,
doch keiner wartet hier,
Mama ist noch arbeiten, und ich?
Ich funktionier.
Kein Erzählen von Schule,
kein „Wie war dein Tag?“,
Nur Dinge, die ich schaffen muss,
weil ich sie schaffen mag.
Erwachsen sein,
das klingt frei und leicht,
bis man merkt,
dass die eigene Kraft oft gar nicht reicht.
Plötzlich steht der Führerschein vor der Tür,
und keiner sagt mir,
wohin eigentlich mit mir.
Bewerbungen schreiben,
den ersten Job suchen,
zwischen Absagen und Hoffnung fluchen.
Ein Konto, Verträge, die eigene Pflicht,
und plötzlich entscheidet man selbst über sich.
Gestern noch Hausaufgaben am Küchentisch,
heute die Frage: „Was mache ich beruflich?“.
Was will ich werden,
wo will ich hin?
Als müsste ich wissen, wer ich morgen schon bin.
Und während ich versuche,
meinen Weg zu verstehen,
soll ich schon wissen,
wohin meine Schritte mich wehen.
Ich soll mich entscheiden,
soll planen und wagen,
doch wer hat gesagt,
dass wir mit neunzehn schon können das tragen.
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Autorin / Autor: Lupelie