Schauspiel

Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von June Davin, 15 Jahre

Ich kam, sah, und liebte auf immer. Ich kam, sah, und verwünschte den Tag des Sehens, dennoch nur einer für die meinen Augen, diese er nicht besitzt, dort, wo ich ihn traf, nie besitzen würde. Er kam, tat, und siegte. Er kam, tat, und wurde belohnt durch die, die sein zu bewundern gedenken. Seine Anmut, sein Talent, seine schiere Weise, zu leben, wie ein anderer. Mich einschließend. Wie könnte er mich kennen? Er hätte, von fremden Gesichtern umzingelt, nicht einen einzelnen meiner sehnsüchtigen und zum Liebeshunger verlorenen Blicke bemerken können. Nein, darin besteht nicht die Sünde. Die Sünde besteht in mir. Wie konnte ich einen Schwur leisten, ein Ritual halten, eine Schlinge um meinen Hals binden und sie ihm in die Hand geben, wenn ich die Person vor mir als eine andere erlebt‘? Als eine scheußliche, grausame erlebt? Wie konnte ich einen von Wahn und Angst, von Schauer- und Ammenmärchen beängstigten, schreienden, ja schreienden Toten lieben? Aber so sind nun mal die Schauspieler. Du bist blind um sie herum und nur sie entscheiden, wann sie die sichere und schützende Maske, stets vor ihrem Gesicht verwehrend, abnehmen, falls sie nicht auf immer verwebt mit ihren Zellen und Haaren ist. So sage ich, bitte spiele weiter und ich werde klatschen, Oh ich werde klatschen, bis die Hände mir nicht mehr zu Nutze sind.

Autorin / Autor: June Davin