Die Heranwachsende Knospe

Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Sara, 19 Jahre

5 Sekunden einatmen, 7 Sekunden innehalten, 4 Sekunden ausatmen,
Augen die starren von unten aus,
Aus der Menge hinaus,
Momente aus meinen Augen heraus,
Widerspiegeln sie sich in ihnen, doch nicht für mich.
Ich setze einen Punkt, einen Schluss eine Grenze,
von mir selber so erpicht,
Erpicht darauf irgendetwas zu erreichen was mir selber nicht entspricht.
Entsprechen tut mir garnichts mehr, ich weiß schon lange nicht mehr was richtig ist.
Blicke hoch auf den Abschluss, der mir die Freude nimmt.
Strahlend, einer nach dem anderen, Rede nach Rede, Geräusch nach Geräusch.
Und in diesem Moment saß ich dort, im Publikum und nicht bei denn Bejubelten,
eine Scharade, die sich in meinem Kopf immer mal wieder einbläut.
Mit 7 hatte ich einen Traum,
Unbedeutend und grau geformt von dieser Welt, in der ich aufwuchs.
Eine Ballerina.
Geformt wie eine Blüte die niemals vergeht und tanzend durch den Wind mit ihren Blüten weht,
Ein einziges Heft wehte mir den Weg und ließ mein Herz höher schlagen, indem ich tanzte an der Fensterbank.
Grau wie die Welt war, blieb mein Traum außer acht, bis heute denke Ich manchmal darüber nach.
Ich denke über Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart nach, äußerst ermüdend ist das.
Jeden Tag, jede Sekunde befindet sich minimal 1 Neurone in Bewegung,
um mein angestrengtes Selbst dazu zu bringen mich in ein Loch der Unvergänglichkeit zu schicken.
Vor was rennt man weg, wenn einem nichts hinterherläuft?
Der Gedanke fesselte mich mit 15.
Doch heute tut er es nicht mehr wie damals.
Ich laufe vor mir selber weg.
Vor meinen Gedanken, meinen Pflichten, vor meinen Erwartungen an mich selber, die ich mir nicht erfüllen
konnte.
Doch meine Erwartungen sind wie Explosionen, aneinandergereiht wie Ketten.
Kettenreaktionen.
Eine kleine Explosion löst größere aus und endet rasant nicht,
Rasant ist der Aufbau im Gebiet der Explosionen ebenso nicht,
doch lohnen wird es sich.
Die Asche schwarz und die Luft verpestet, das legt sich,
Ein Phönix aus der Asche hinaufsteigen, so will ich und so werde ich,
Dinge im Leben sind hässlich und grässlich, aber menschlich,
Eben so ein Mensch bin ich.
Etwas zu sein, was tief durch die Seele geht und für immer schmerzt, ist gleichzeitig in meinem Leib gefesselt.
Weil ich es nunmal bin.
Ich bin das, durch was ich gegangen bin und mit dem ich stolzhaft in mein Grab werde gehen.
Meine eigene Blume wird hell erleuchten und die Blütenblätter werden wehen, solange sie es eben wollen,
Solange ich lebe, werde ich es genießen und lieben, meinen eigenen Sinn des Lebens zu folgen.

Autorin / Autor: Sara