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Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von EMMAnzipiert, 17 Jahre

Warme Sommerluft gepaart mit einem kleinen Windstoß stößt in Lionellas Wohnzimmer, als sie das große Fenster mit einer breiten Fensterbank aus Holz öffnet. Sie setzt sich hinauf und lehnt sich mit dem Rücken an die Fensterlaibung. Sie bewundert den Farbverlauf am Himmel: gelb, rot, rosa, lila, orange und pink, ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man hört Geräusche im Hintergrund, Stimmen von Menschen auf der Straße, Straßenbahnen, Busse, Musik, lautes Lachen von Menschen aus Cafés und Restaurants. Es wehen Gerüche von dort unten hoch in den zweiten Stock zu Lionellas Fenster. In einer naheliegenden Wohnung des Altbau-Anwesens steht ein Mann am Fenster und raucht. Der Geruch steigt in Lionellas Nase und übertönt alle anderen lieblichen Gerüche. Wenige Minuten später schließt der Mann sein Fenster und der Rauch verfliegt. Sie sitzt so lange auf der Fensterbank, bis die Sonne untergegangen ist und die Luft kühler wird. Als man kaum noch Menschen oder den Trubel der Stadt hört, packt Lionella ihre Mundharmonika aus und spielt minutenlang ein Lied. Die Luft ist nicht mehr so drückend, die Stadt ganz leise und man riecht nur noch die verflogene Wärme des Sommers. Und mittendrin hört man Lionella, wie sie Mundharmonika spielt. Es ist eine melancholische Atmosphäre und als sie aufhört zu spielen, macht sich Stille breit. Sie fühlt sich allein, mit einem Hauch von Einsamkeit, auch wenn sie den Moment genießt.

Am nächsten Morgen wird Lionella von den Sonnenstrahlen, die sich durch die Gardinen hindurchkämpfen, geweckt. Sie nimmt wahr, dass sie Sommerferien hat und ausgeschlafen ist. Ein paar Stunden später findet sie sich in der Bahn auf dem Weg zu ihren Großeltern wieder. Bis zu ihrem alten Bauernhof sind es mit der Bahn nur ungefähr 40 Minuten. Der Hof liegt in einem Dorf am Stadtrand. Als Lionella am Bahnhof in dem kleinen Dorf steht, spürt sie die Hitze auf der Haut. Es ist ganz still. Man hört lediglich den Zug, der aus dem Bahnhof fährt. Nach kurzer Zeit erreicht Lionella den Hof ihrer Großeltern und ein Lächeln macht sich auf ihrem Gesicht breit. Ihr kommt die schwarz-weiße Katze entgegen und begrüßt sie. Sie klopft an der Tür des alten Bauernhauses und ihre Oma öffnet die schwere Tür. Sie umarmen sich lange und für Lionella fühlt es sich an, als würde sich eine innere Wärme in ihr ausbreiten. Es fühlt sich sicher an. Hier kann sie sein, wie sie ist. Ihr Opa ist im Garten und winkt ihr eifrig. Die Geborgenheit, die Lionella hier spürt, spürt sie sonst nirgendwo. Nachdem sie ihr Gepäck in das große Gästezimmer im ersten Stock gebracht hat, ruft sie den kleinen Havaneser mit dem Namen Charlie. Er läuft ihr freudig und motiviert hinterher und beide machen sich auf den Weg zu einer großen Wiese an einem Hang.

Auf dem Weg dorthin überqueren sie eine Brücke. Diese Brücke sieht zwar sehr alt aus, aber auch wunderschön. Sie reicht nur ein paar Meter über den kleinen Fluss. Die Geräusche des Wassers beruhigen Lionella und Charlie. Beide stehen sie auf einer Brücke mitten im Nirgendwo. Kein Mensch, keine lauten Geräusche, nur das Geräusch des Wassers und Natur. Wunderschöne Natur. Am Ende des Weges kommen Lionella und Charlie zu der großen grünen Wiese an einem Hang. Der Blick reicht über Täler, kleine Dörfer und die riesigen Berge der Alpen. Irgendwo hört man einen kleinen Trecker, der Heu mäht. Man riecht das frisch gemähte Gras und im Hintergrund sind Kuhglocken zu hören. Charlie bellt und Lionella sieht Freude in seinem kleinen Hundegesicht. Es fühlt sich an, als würde die Zeit stehenbleiben. Jedes Problem wirkt klein und als würde Lionella von oben vom Berg auf alle Schwierigkeiten des Lebens hinunterblicken. Während sie in ihren Gedanken versinkt, bemerkt sie Charlie, der verspielt über die Wiese rennt. Lionella fällt auf, wie unbeschwert man sein kann und wie unwichtig alles ist, wenn man Spaß hat. Nicht alles braucht einen Sinn, um da sein zu dürfen. Wenn man glücklich ist, dann erscheint alles nur halb so ernst. Lionella und Charlie liegen auf der duftenden Wiese bis die Sonne untergeht und der Himmel orange-pink leuchtet. Als die ersten Sterne am Himmel leuchten, kehren Lionella und Charlie mit einem ganz leichten und hoffnungsvollen Gefühl zum Bauernhof zurück. Wenig später schläft Lionella ein und träumt vom orange-pinken Himmel.