Irgendwo dazwischen

Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Lena Schneider, 22 Jahre

Ich frage mich oft, ist das gerade echt oder bin ich nur die Figur in einem Film, wenn
das Leben sich wie vorgegeben anfühlt.
Was fühlt sich alles noch echt an, wenn wir die Wahrheit vielleicht schon immer kennen.
Gerade neulich ertappte ich mich dabei, wie sich das wahre Leben wieder einmal
anschlich. Ehrlich gesagt hat es mich ziemlich überrumpelt, als ich zwischen all den
Erwachsenen saß in der Schlange für den Führerschein. Die vielen Dokumente und
irgendwo meine Wahrheit des echten Lebens. Hatte ich mir das echte Leben so
vorgestellt? War das meine ganze Wahrheit?

Es vergingen einige Tage. Ich saß da auf dem Klappstuhl, auf dem ich hoffentlich in den
nächsten Stunden nicht mehr sitzen werde, sondern tanzend in der Menge. Ich war auf
einem Konzert, meiner Lieblingsband. Der Schlagzeuger zählte den Takt ein und das
Leben? Es fühlte sich bereits mehr nach meiner Vorstellung an.
Ich fühlte mich lebendig. Ich war Teil einer riesigen Gruppe, welche gerade genau
dieselbe Vorstellung vom Leben hatte. Zumindest für einige Stunden. Meine Haare
drehten sich im Wind und meine Füße bewegten sich im Takt. Schulter an Schulter.
Einfach genau jetzt.

Nach einigen Stunden voller Leichtigkeit, lief ich mit einer Freundin nachhause. Der
Himmel hatte sich in einen wunderschönen Flieder Ton gefärbt und meine
Aufmerksamkeit galt völlig der Stille und Wärme dieses Abends. Wie hypnotisiert
liefen wir in dieser Nacht nachhause. Ich fühlte mich lebendig aber auch irgendwie wie
in einem Traum. Der Traum meines eigenen Lebens.