Ein Funken von Hoffnung
Beitrag zum Schreibwettbewerb echt? jetzt! von Fabienne, 18 Jahre
Jeden Morgen dasselbe: Ich stehe auf, esse Frühstück
und sage meiner Mutter Guten Morgen.
Jeden Tag mit dem gleichen engen
Gefühl in meiner Brust. Einer Traurigkeit.
Wobei… ich bin seit Langem nicht mehr
traurig, einfach nur taub oder leer.
Es fühlt sich an, als wäre ich schon längst tot
und nur mein Körper lebt weiter.
Ich habe aufgehört, mich zu fragen, was mit
mir nicht stimmt, habe es einfach akzeptiert.
So lebe ich nun schon seit Monaten und niemandem
scheint etwas aufgefallen zu sein.
Es ist ein regnerischer Novembertag, als Livia
neu in meine Klasse kommt. Normalerweise interessiere
ich mich nicht für Neue, weil es die hier ständig gibt,
doch irgendwas an ihr fasziniert mich.
Würde ich an Energien glauben, hätte ich gesagt,
dass sie eine ruhige Energie ausstrahlt,
welche aber zugleich von einer tiefen Traurigkeit
geprägt wird. Das scheint paradox, wenn
man ihre bunte Kleidung betrachtet.
Wie der Zufall es will, ist der einzige freie Platz neben mir.
Naja, vielleicht versuche ich es ja mit einem Gespräch?
Nachdem wir die ersten Sätze ausgetauscht haben und
wieder nach vorne an die Tafel schauen, bemerke ich ihren
Blick von der Seite. Es fühlt sich an, als würde sie direkt in mein
Inneres hineinschauen. Ich glaube sie sieht, was ich auch
in ihr gesehen habe.
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Bedürfnis, eine Freundschaft zu schließen.
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