Woher kommen die Informationen?

Studie der Landesanstalt für Medien NRW untersucht, wie KI-Chatbots die politische Informationssuche verändern

Viele Menschen nutzen KI-Chatbots mittlerweile täglich - für die unterschiedlichsten Bereiche. Alltagsfragen zu Küche, Haushalt, Gesundheit und Kaufentscheidungen ebenso wie Fragen zu politischen Themen. Welche Rolle KI-Chatbots bei der politischen Informationssuche spielen, zeigt die aktuelle Studie der Landesanstalt für Medien NRW „Zwischen Suchmaschine und Gesprächspartner: Wie KI-Chatbots die politische Informationssuche verändern“.

Knapp ein Viertel nutzt KI, um sich politisch zu informieren

2.000 Menschen wurden für die Studie befragt, dabei zeigte sich, dass 56 % Fragen zum Haushalt und praktischen Dingen des Alltags stellen, 48% zu Gesundheitsthemen oder Kaufentscheidungen (36 %) – die meisten der über 2.000 Befragten nutzen KI-Chatbots bislang vor allem für praktische Anliegen. Doch auch die politische Informationssuche über KI-Systeme spielt bereits eine zunehmend wichtige Rolle: 24 Prozent der Befragten setzen Chatbots gezielt ein, um sich über politische Themen zu informieren.

Die meisten Nutzerinnen und Nutzer verwenden KI-Chatbots dabei weniger als Gesprächspartner, sondern ähnlich wie eine klassische Suchmaschine: Mit einfachen Fragen, kurzen Suchbegriffen und Stichworten. Fortgeschrittene Prompting-Techniken, etwa die Zuweisung einer bestimmten Perspektive an den Chatbot (z. B. „Antworte wie eine Expertin für Klimapolitik“), spielen praktisch keine Rolle. Lediglich 0,4 Prozent der Befragten machen das auf diese Weise. Dabei hängt die Qualität der Antwort davon ab, wie die Fragen gestellt werden.

Nutzende können Informationsausgabe nicht nachvollziehen

Es ist für die Nutzer:innen außerdem oft nicht ersichtlich, woher die Informationen eigentlich stammen. Durchforstet das KI-System das Netz nach aktuellen und passenden Informationen? Das ist häufig nicht der Fall, ChatGPT beispielsweise greift bei Erstanfragen nur in rund der Hälfte der Fälle auf Webquellen zurück. Aber woher stammen diese Informationen dann? Das bleibt ein großes Rätsel.

Die Studienautor:innen finden das problematisch: „KI-Chatbots sind für viele Menschen mehr als Tools, die dir einen Vorschlag zur Resteverwertung des Kühlschranks machen, sondern auch Ratgeber bei politischen Vorgängen. Wer solche Informationen vermittelt, trägt Verantwortung – unabhängig davon, ob dahinter eine Redaktion, eine Suchmaschine oder ein KI-Chatbot steht. Nutzerinnen und Nutzer müssen nachvollziehen können, wann Antworten auf aktuellen Quellen basieren, welche Informationen einbezogen werden und wie ihre Eingaben die Ergebnisse beeinflussen. Nur wenn diese Systeme transparent und nachvollziehbar sind, können sie zu einer informierten demokratischen Meinungsbildung beitragen“, sagt Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.

Neue Anforderungen an Transparenz, Regulierung und Medienkompetenz

Die Autorinnen sehen darum Handlungsbedarf. Es müsste deutlicher werden, wie Antworten generiert werden und aus welchen Pools die Informationen ausgewählt werden. Außerdem müssten die Nutzer:innen besser informiert werden, dass nicht hinter jeder Antwort ein Abgleich mit aktuellen Quellen im Internet steht und die Herkunft der Informationen nicht nachvollziehbar ist.

Für Nutzer:innen ist es darum sehr wichtig zu verstehen, wie man Anfragen am besten stellt (also "promptet") und einen kritischen Umgang mit Quellen zu erlernen.

In einer Folgestudie wird die Landesanstalt für Medien NRW untersuchen, welche Auswirkungen KI-Chatbots auf die Medienvielfalt haben. Im Fokus steht dabei insbesondere die Frage, auf welche Quellen die Systeme zurückgreifen und wie vielfältig die in den Antworten berücksichtigten Medienangebote sind.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 3. August 2026