Mehr als Sushi: Die faszinierende Welt der Algen entdecken
Schüler:innen des Bonner Kardinal-Frings-Gymnasiums beschäftigten sich mit der Bedeutung von Algen für die Ernährung der Zukunft
Im Mittelpunkt dieses Bildungsprojekts stand ein ebenso spannendes wie oft unterschätztes Thema: Algen. Algen sind kleine Nährstoff-Wunder aus dem Wasser: Je nach Art stecken sie voller Protein, wichtiger Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium sowie Jod und teils sogar Vitamin B12 – und bieten im Unterricht die Gelegenheit, Lebensmittel direkt zu vergleichen und gemeinsam über vegetarische und vegane Ernährungsweisen ins Gespräch zu kommen. Unser aktuelles Projekt führte uns an das Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel, wo wir gemeinsam mit einem Kurs der Ernährungslehre in die vielfältige Welt dieser besonderen Organismen eintauchten.
Den Auftakt bildete eine Doppelstunde, in der das Thema zunächst aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler erschlossen wurde: Welche Vorstellungen haben sie von Algen? Welche Erfahrungen bringen sie bereits mit? Schnell wurde deutlich, dass Algen im Alltag vieler Lernender bislang nur eine geringe Rolle spielen. Umso spannender war es, neue Zugänge zu eröffnen: Gemeinsam wurde erkundet, in welchen Kulturen Algen fester Bestandteil der Küche sind und welche Traditionen damit verbunden sind.
Diese erste Einheit diente zugleich als Vorbereitung für den anschließenden Projekttag. Die Lernenden recherchierten eigenständig Algenrezepte, die sie gerne ausprobieren wollten. In diesem Zusammenhang gab es auch einen Exkurs zum Geliermittel Agar-Agar. Abschließend präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Rezeptideen in kurzen Pitches und stimmten sich so auf das gemeinsame Kochen ein.
Ein Höhepunkt des Projekts war der darauffolgende Projekttag, an dem die Gruppe mehrere Stunden Zeit hatte, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und praktisch zu arbeiten. Zu Beginn wurden Gerichte vorbereitet, die eine längere Ruhezeit benötigten –selbstgemachte Gummibärchen auf Algenbasis. Die Zwischenzeit wurde für ein interaktives Stationenlernen genutzt, das unterschiedliche Facetten des Themas beleuchtete.
An einer Station setzten sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines Algen- und Lebensmittelquartetts mit Inhaltsstoffen auseinander. Besonders im Fokus stand dabei der hohe Jodgehalt mancher Algen, der das Thema für kritische Verbraucherbildung spannend macht: Produkte werden häufig als ‚Superfood‘ vermarktet, enthalten aber teils mehr Jod, als empfohlen wird, und sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet. Eine weitere Station ermöglichte mithilfe von Mikroskopen einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt mikroskopischer Algen. Ergänzend dazu beschäftigte sich eine Station mit verschiedenen Formen des Algenanbaus und deren Bedeutung für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.
Mit dem neu gewonnenen Wissen ging es anschließend zurück in die Schulküche: Die zuvor ausgewählten Rezepte wurden gemeinsam umgesetzt, zubereitet und natürlich auch verkostet. Das gemeinsame Essen bildete einen gelungenen Abschluss des praktischen Teils und bot Raum für Austausch und Reflexion.
In einer abschließenden Doppelstunde näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema noch einmal auf kreative Weise. Sie gestalteten eigene „Tellermodelle“, auf denen sie ihre Gerichte visualisierten – ergänzt durch Darstellungen der verwendeten Algen sowie Informationen zu Rezept, Inhaltsstoffen oder Anbau. So entstand eine Verbindung aus fachlichem Wissen, praktischer Erfahrung und kreativer Auseinandersetzung.



Zukunft auf dem Teller
Der Workshop fand statt im Rahmen des Bildungsprojekts "Zukunft auf dem Teller", das gefördert wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.
Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Juli 2026