Morgenmuffel

Beitrag zum Wettbewerb "Kunstwerk Chemie" von Cara Cleary, 26 Jahre

Erläuterung zum Bild

Als ich vor einigen Wochen von dem Wettbewerb erfahren habe, grübelte ich einige Tage, wie genau ich Chemie als Thema darstellen könnte. Genau zur richtigen Zeit kam eine Doku über Bakterien Kunst online und zog mich in ihren Bann. Ich hatte ähnliche Kunst schon mit Schimmel gesehen und wollte das Ganze einmal selbst ausprobieren. Petrischalen mit Agar gab es leicht online zu kaufen und ein Inkubator war auch aus einer Kastenvase und Heizpad schnell zusammengestellt. Zwei Wochen züchtete ich die Bakterienkolonien, in den Schalen, von meinem Mund, Zähnen, Gesicht, Augen, Nase und Kopfhaut. Das Experimentieren mit naturwissenschaftlichen Abläufen in Kombination mit der Kunst hat mir, wie immer, besonders viel Spaß gemacht. Währenddessen fotografierte ich einige Referenzbilder. Ich entschied mich für ein Bild, von mir im Morgenmantel beim Zähneputzen, da man dort den Morgen beginnt und die Gerüche, in verschiedenster Weise, in Schach halten. Vor allem die Gerüche nach dem Aufstehen. Somit war der Titel Morgenmuffel geboren und das Restliche spielte sich bei der Gestaltung ein. Jeder wird seine eigene Interpretation mit dem Titel Morgenmuffel haben. Man kann es natürlich wörtlich nehmen oder metaphorisch. Aber das überlasse ich sehr gerne den Betrachter:innen. Als ich die Petrischalen aus dem Inkubator nahm, bemerkte ich, dass diese aus vielen kleinen Punkten bestand. Dies bildete ich in meiner Malweise nach (Pointilismus), um die Petrischalen und das Portrait weiter zu vernetzen. Die Farbwahl war mir sehr wichtig, da ich genügend Kontrast erzeugen wollte, damit Bakterien und Selbstbildnis in ihren eigenen Farbpaletten glänzen konnten. Da Farbe und Kontrast in der Chemie eine große Rolle spielen, war dies eine schöne Symbiose. Das Selbstportrait ist auf einem alten Schrank Holz gemalt, mit Acryl-, Sprühfarbe und Lackstiften. Den Hintergrund habe ich ohne Farbe gestaltet, da ich wollte, dass dieser die Bakterienkolonie Folien klar zeigen können. Zudem fand ich auch die Maserungen sehr passend. Pappe Teile sind in Form von Proteinen, DNA und einer bakteriellen Anatomie gestaltet. Am unteren Rand befinden sich Modelle von Atomen und anderen grundlegenden chemischen Bausteinen. Stilistische und farbliche Freiheiten wurden eingesetzt, um das Gemälde einheitlich zu gestalten.

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Autorin / Autor: Cara Cleary