Erinnerung und Forderungen
Heute jährt sich zum dreizehnten Mal der Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch
Am Freitag, dem 24. April jährt sich zum dreizehnten Mal der Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch, in dem fünf Bekleidungsfabriken untergebracht waren. Dieses schreckliche Unglück kostete mindestens 1138 Menschen das Leben und über zweitausend wurden verletzt. Heute bekräftigt das weltweite Netzwerk der Clean Clothes Campaign (CCC) erneut seine Solidarität mit allen Betroffenen und fordert große Marken wie Decathlon, Ikea, Wrangler und Mayoral nachdrücklich auf, Lehren aus dieser Tragödie zu ziehen und die Sicherheit aller ihrer Beschäftigten zu gewährleisten.
Aktionen, um Marken zur Rechenschaft ziehen
Bis zum heutigen Tag haben über 290 Marken eine verbindliche Vereinbarung mit dem Namen "Accord" (Internationales Abkommen für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie) unterzeichnet, die immerhin für mehr als 1700 Fabriken gilt. Das Programm wurde nach dem Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch ins Leben gerufen und 2023 auf Pakistan ausgeweitet. Obwohl es enorme Verbesserungen für die Sicherheit der Arbeiter:innen gebracht hat, sei die Arbeit noch nicht getan. Derzeit haben fast die Hälfte der Fabriken in Bangladesch die notwendigen Nachrüstungen ihrer Brandmelde- und Branderkennungssysteme noch nicht abgeschlossen, und 27% müssen noch Maßnahmen durchführen, die sicherstellen, dass alle Arbeiter:innen im Notfall die Fabrik sicher verlassen können.
Das Länderprogramm des Abkommens für Bangladesch beschränkt sich derzeit auf die Produktionsstätten, in denen die Endphase der Bekleidungsherstellung stattfindet. Das bedeutet, dass Arbeiter:innen, die in der Stoffproduktion tätig sind, oder diejenigen, die in Wasch-, Färbe- und Spinnereien schuften, sowie Arbeiter:innen in der Heimtextilien- und Accessoires-Branche noch nicht geschützt sind.
Jüngste Untersuchungen der CCC-Organisationen CCC Italien und des Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS) zu sogenannten „grünen Fabriken“ unterstreichen zudem, dass der "Accord" ausdrücklich fordert, auch Hitze und andere klimabedingte Gesundheits- und Sicherheitsrisiken in die Inspektionen und vorgeschriebenen Abhilfemaßnahmen einzubeziehen. „Ich habe die direkten Auswirkungen von Hitzestress auf junge Arbeiterinnen miterlebt und gesehen, was er mit ihren Körpern und ihrer Gesundheit anrichtet. Jeden Tag müssen sie ohne ausreichende Pausen oder gar Trinkwasser arbeiten“, sagt Kalpona Akter vom BCWS. Der Schutz der Arbeiter:innen vor Hitzestress ist auch ein zentrales Sicherheitsthema, das im Manifest der CCC für einen gerechten Wandel in der Bekleidungsindustrie hervorgehoben wird, das am 1. Mai offiziell vorgestellt wird.
Aktionen in Bangladesch
Am 24. April gedenken die gewerkschaftlichen Partner:innen der CCC in Bangladesch derjenigen, die bei dem Einsturz ums Leben gekommen sind oder verletzt wurden. Sie fordern zudem die neu gewählte Regierung von Bangladesch auf, die Empfehlungen der Arbeitsreformkommission umzusetzen. Dabei legen sie besonderen Wert auf die Bereiche Löhne, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen sowie auf faire Arbeitsgerichte und ein gerechtes Rechtssystem.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 24. April 2026