Papa, ich mag dich

Jugendbefragung: Gespräche zwischen Vätern und Jugendlichen stärken die Beziehung

Wie viel Zeit verbringt ihr mit euren Vätern? Statistisch gesehen betreuen Männer ihre Kinder durchschnittlich 1,5 Stunden am Tag - nur halb so lange wie Mütter für sie da sind. Eine Studie zeigt aber jetzt, dass mit zunehmendem Alter der Kinder die Bedeutung der Väter für sie wächst. „Gerade in der Jugendphase werden sie für Gespräche, Orientierung und emotionale Unterstützung besonders wichtig“, erläutert Dr. Claudia Zerle-Elsäßer. Die Soziologin hat mit ihrem Team am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München zu der Bedeutung von Vätern von 12- bis 17-Jährigen geforscht. „Gegenüber ihren Teenagern müssen Eltern eine neue Balance finden: Jugendliche wünschen sich mehr Autonomie, brauchen aber weiterhin emotionale Unterstützung und Orientierung. Väter spielen dabei eine wichtige Rolle.“

Die Beziehung zum Vater wird laut der Studie besser bewertet, wenn häufig gemeinsame Gespräche stattfinden: 67 Prozent der Kinder, deren Vater „sehr viel“ mit ihnen kommuniziert, nannten die Beziehung zu ihm „sehr gut“. Zum Vergleich: Jungen und Mädchen, deren Papas sich selten mit ihnen unterhalten gaben nur zu 20 Prozent die Bestnote. „Spannend war es zu sehen, dass das langfristig in noch stärkerem Maß für heute junge Erwachsene gilt, wenn sie sich an ihre Kindheit zurückerinnern“, so Forscher Thomas Eichhorn. „Bei ihnen steigt der Wert der ‚sehr guten‘ Beziehungsqualität auf 82 Prozent.“ Die Zahl schrumpft auf 7 Prozent, wenn das männliche Elternteil nicht gesprächsoffen war.

Untersucht haben die Forschenden auch, wie sich gefühlsbetonte Wärme im Umgang auswirkt. Auch hier belegen die Zahlen: Emotional offenes, positives Erziehungsverhalten verbinden Kinder mit einer höheren Bedeutung ihres Vaters.

Weniger Beruf und mehr Familie

Männer, die Familie vor den Beruf stellen: Das kommt bei den befragten Jugendlichen gut an. „Väter, die ihre Familie sichtbar priorisieren, werden von ihren Kindern als besonders wichtige Bezugspersonen wahrgenommen“, sagt Dr. Claudia Zerle-Elsäßer. 82 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, deren Väter die Idee gut fanden, zumindest bis zum Schuleintritt der Kinder beruflich kürzer zu treten, berichten von einer „sehr guten“ Beziehungsqualität zu ihren Vätern. DJI-Forscherin Zerle-Elsäßer fasst zusammen: „Engagierte Vaterschaft lohnt sich.“

An dem nun vorgelegten Zwischenbericht forschte seit April 2025 ein Team des DJI unter Leitung von Dr. Claudia Zerle-Elsäßer. Basis bildete die Analyse repräsentativer Datensätze der Jahre 2009 bis 2023, mit der die Wissenschaftler:innen die Rolle von Vätern in Deutschland in der frühen Jugendphase ihrer Kinder beleuchten.

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung