Abwechslungsreich und stressfrei

Studie: Diese Lebensformen machen Menschen in Deutschland am ehesten glücklich

Ständig Action? Herausforderungen? Challenges? Finanziell abgesichert oder rundum nachhaltig? Oder lieber gleichförmig? Stressarm? Welche Art zu leben einem liegt und zu Zufriedenheit führt, ist sicher sehr individuell. Forscher:innen der Universität Magdeburg um den Glücksforscher Prof. Dr. Jan Delhey haben trotzdem mal untersucht, welche Vorstellungen vom guten Leben Menschen in Deutschland haben und wie sich deren Umsetzung in höherer Lebenszufriedenheit niederschlägt.

Innenorientierte Lebensführung macht zufrieden

Ob als aufregendes Leben voller schöner Erlebnisse oder als geruhsames Leben mit innerer Ausgeglichenheit und wenig Stress - die Analyse zeigte, dass diejenigen besonders zufrieden sind, denen eine innenorientierte Lebensführung gelingt, also eine Lebensweise, die sich auf innere Werte, persönliche Erfahrungen und Überzeugungen konzentriert und nicht auf soziale Normen und materielle Erfolge.

Kein solcher Zusammenhang zeigte sich jedoch für eine nachhaltige Lebensführung. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass ein konsequent nachhaltiges Leben oft mit Verzicht, Aufwand und moralischem Druck verbunden ist. Das könne erklären, warum sich diese Lebensweise in den Daten nicht in höherer Zufriedenheit niederschlage, so Erstautor Prof. Jan Delhey.

Umsetzung ist wichtiger als Idealvorstellung

„Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass es nicht den einen Weg zu einem zufriedenen Leben gibt“, sagt Jan Delhey. „Aber Obacht: Umsetzung schlägt Wunsch. Nicht die Idealvorstellung eines guten Lebens macht zufrieden, sondern das, was Menschen im Alltag tatsächlich verwirklichen können. Wer ständig unter Druck steht, einen zu eintönigen Alltag hat oder finanziell kaum Spielraum besitzt, kann sein gewünschtes Leben oft nicht verwirklichen.“

Gerade darin liege nach Aussage des Soziologen die gesellschaftliche Bedeutung der Studie. Sie lenke den Blick auf die Bedingungen, unter denen Menschen überhaupt die Chance haben, ein für sie gutes Leben zu führen.

Jüngere mögen mehr Aufregung, tappen aber schneller in die "Anspruchsfalle"

Den Forscher:innen zufolge ähnelt sich das Muster der Zufriedenheit bei Männern und Frauen, bei Menschen mit höherem und niedrigerem Einkommen, mit mehr oder weniger Bildung: Ein erlebnisreiches Leben und ein stressarmer Alltag tragen in fast allen Gruppen am stärksten zur Zufriedenheit bei. Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch zwischen den Generationen:

„Bei den 18- bis 39-Jährigen steigert ein aufregendes Leben die Zufriedenheit besonders stark. Gleichzeitig sinkt die Zufriedenheit aber, wenn sie zu viele Ansprüche zugleich erfüllen wollen, etwa beruflich vorankommen, viel erleben, emotional ausgeglichen sein und zugleich ökologisch konsequent handeln. Da geraten viele Jüngere leicht in eine Anspruchsfalle", so der Soziologe. „Wer alles zugleich will, macht sich das Leben schwer."

Für Menschen ab 65 Jahren sei dagegen vor allem ein ruhiges und ausgeglichenes Leben entscheidend für Zufriedenheit.

Die Studie liefere damit auch Hinweise für eine notwendige politische und gesellschaftliche Debatte, glaubt der Wissenschaftler. „Das subjektive Wohlbefinden der Bevölkerung wird zunehmend als Zukunftsfrage verstanden, nicht nur im Privaten, sondern auch als Maßstab für gesellschaftliche Entwicklung. Die Vereinten Nationen haben den 20. März zum Internationalen Tag des Glücks erklärt und betonen darin ausdrücklich die Bedeutung von Glück und Wohlbefinden als Ziel öffentlicher Politik."

Quelle

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung - Stand: 20. März 2026