Erste-Hilfe aus der Glotze?

Studie: Herz-Lungen-Wiederbelebung wird in US-amerikanischen TV-Formaten oft falsch dargestellt

Bild von manseok Kim auf Pixabay

Wisst ihr noch genau, wie das geht mit der ersten Hilfe und der Herz-Lungen-Wiederbelebung? Wer nicht gerade einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat, bezieht sein Wissen möglicherweise aus Film und Fernsehen, etwa aus den zahlreichen Krankenhaus- und Arztserien, in denen Menschen regelmäßig wiederbelebt werden. Das ist an sich eine gute Sache, denn immerhin wissen die Leute dann zumindest grob, was zu tun ist, und dass es wichtig ist, sofort zu handeln. Doch es ist leider dennoch keine verlässliche Quelle wie eine aktuelle Studie der US-amerikanischen University of Pittsburgh und der American Heart Association zeigt. Die Forschenden untersuchten 169 nach 2008 erschiene TV-Episoden, darunter Serien wie Breaking Bad, 9-1-1- oder Yellowstone und schauten dabei, wie Wiederbelebungsmaßnahmen dargestellt werden.

Dabei kam heraus, dass nur knapp 30% der Darstellungen korrekt zeigen, wie wiederbelebt werden muss.

Häufig wurde eine Kombination aus Beatmung und Herzdruckmassage gezeigt. Das ist aber nicht mehr korrekt. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung wird bei erster Hilfe ausdrücklich nicht mehr empfohlen, sie ist auch nicht nötig, wenn sofort mit der Herzdruckmassage begonnen wird.

Weißen Männern wird eher mit einer Herzdruckmassage geholfen - im Fernsehen und in der Realität

In Filmen und Serien wird ein Herzstillstand zudem häufig Menschen unter 40 Jahren angedichtet, tatsächlich sind es meist Menschen im Durchschnittsalter von 62 Jahren, die eine Herzdruckmassage benötigen. Ein Herzstillstand passiert in der Realität in über 80 Prozent der Fälle zu Hause, schreiben die Forschenden. In TV-Serien passiert er häufiger in der Öffentlichkeit oder in abgelegenen Gegenden.
Es sind außerdem überwiegend weiße Männer, die in Filmen einen Herzstillstand erleiden und dann reanimiert werden. Tatsächlich wird in den USA auch in der Realität weißen Männern eher mit einer Herzdruckmassage erste Hilfe geleistet als Frauen, schwarzen Erwachsenen und lateinamerikanischen Erwachsenen. Die Forschenden haben sich darum gefragt, ob die TV-Darstellungen einfach nur die Realität spiegeln oder die Menschen in ihren Vorurteilen bestätigen und so davon abhalten, allen Menschen gleichermaßen zu helfen.

Genauere Darstellung in Filmen könnte abfärben

Die Wissenschaftler:innen möchten darum mit ihrer Forschung auch dazu beizutragen, dass die Darstellung von Herz-Lungen-Wiederbelebung in Filmen und Serien genauer gezeigt wird, und zwar nicht nur, wie sie korrekt ausgeführt wird, sondern auch wann und wo sie häufig stattfindet und wen sie betrifft.

Immerhin wird im Fernsehen öfter mit einer Herzdruckmassage gerettet als in der Realität. Diese Fernsehdarstellung dürfte den Forscher:innen zufolge gerne auf die reale Welt abfärben, denn diese Erste Hilfe Maßnahme rettet Leben, und selbst Kinder können sie durchführen. Ihre Empfehlung: Die Person ansprechen, ist sie bewusstlos, erst einen Notruf absetzen und dann fest und schnell mit übereinandergelegten Händen auf die Mitte der Brust drücken. Wenn ihr wissen wollt, in welchem Rhythmus das passieren sollt, könnt ihr euch gemäß einer Empfehlung der Deutschen Herzstiftung an dem Beat folgender Songs orientieren:

"Stayin' Alive" - Bee Gees
"Crazy in Love" - Beyoncé
"Hips Don't Lie" - Shakira
"Uptown Funk" - Mark Ronson ft. Bruno Mars
"Shape of You" - Ed Sheeran
"Dancing Queen" - ABBA

Wir wünschen euch, dass ihr erst gar nicht in eine solche Situation geratet, aber hoffen, dass ihr euch traut, wenn es dazu kommt. Denn in einem solchen Fall zählt jede Minute und nichts ist schlimmer, als nichts zu tun.

Quelle

Was denkst du darüber?

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 16. Januar 2026