Weiberfastnacht

Weiberfastnacht (oder auch fetter Donnerstag, kleine Fastnacht, unsinniger Donnerstag usw.) ist ein den Frauen vorbehaltenes Fest, das auf einen seit dem 14. Jh. bezeugten Brauch zurückgeht: in Städten wurden die Ehefrauen der ratsfähigen Familien zu einem eigenen Mahl und Tanz geladen, manchmal auch Witwen und Jungfrauen und gesondert die sogenannten Freudenmädchen. Später veranstalteten die Frauen selbst lustige Feste mit dem für eine kurze Zeit befristeten Recht, den Männern zu befehlen. Unabhängig von der Weiberfastnacht gibt es in alemannischen Orten die stets von Männern gefeierte Altweiberfastnacht.

Die Herrschaft der  Frauen

Im Jahr 1824 beschlossen die Wäscherinnen im rechtsrheinischen Bonn Beuel, am Donnerstag vor Karneval die Herrschaft an sich zu reißen, wofür sie sich zu einem Damenkomitee zusammenschlossen. Sie ließen an diesem Tag die Männer arbeiten und trafen sich zum Kaffeeklatsch. Seit 1957 erstürmen die "Wiever" in jedem Jahr das Rathaus der Weiberfastnachtshochburg Beuel, und seit 1958 werden sie von ihrer Lieblichkeit, der Wäscheprinzessin, unterstützt. Dieser Brauch der „weiblichen Herrschaft für einen Tag“ etablierte sich weit über die Grenzen Beuels hinaus. Heute gibt es unterschiedliche Formen diese „Frauenherrschaft“ auszudrücken, eine ist z.B. das Krawatten-abschneiden.

Autorin / Autor: Claudia
 
 
 

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