Terroranschläge in den USA

Schweigeminuten, Kränze, Kerzen und Demonstrationen - Über den 11. September in New York

Die Welt im Ausnahmezustand
Das war und ist ein ziemlicher Schock: die Terroranschläge in den USA am 11. September. Wir wollen euch, so gut es geht, informieren.

Was ist passiert?
Am Dienstag, 15.00 Uhr unserer Zeit, rasen zwei entführte Flugzeuge in das World Trade Center, das kurz darauf in sich zusammenbricht. Auch auf das Pentagon, das Verteidigungsministerium der USA, stürzt wenig später ein entführtes Flugzeug. Ein weiteres stürzt über Pittsburgh (Pennsylvania) ab.

Tausende Menschen kommen um. So viele, dass der Bürgermeister von New York, Rudolph Guiliani, davon spricht, dass es mehr sind, als man ertragen kann. Überall auf der Welt beziehen Politiker Stellung gegen die Anschläge - aber natürlich nicht nur Politiker. Viele Menschen legen Schweigeminuten ein, sprechen den USA, speziell den New Yorkern, ihr Beileid aus, legen Kränze vor amerikanische Botschaften, zünden Kerzen an. Einige Schulklassen schreiben E-Mails an New Yorker Schulen, um ihnen ihr Mitgefühl auszusprechen. Andere Schulen organisieren Demonstrationen, in Siegen sind es 5000 Schüler, die gegen "Gewalt, Terrorismus und Ausländerfeindlichkeit" durch die Innenstadt ziehen wollen.

  • Auch ihr könnt an eurer Schule Aktionen anregen - aber wichtig ist vor allem, dass ihr darüber sprecht und euch austauscht. Sprecht eure Lehrer darauf an, redet über die Ursachen von Terrorismus, die möglichen Folgen des Attentats, über Politik, Frieden, Menschenwürde und Toleranz!

Warum das World Trade Center?

Das kann man nur vermuten. Die USA sind nach dem Ende des Kalten Krieges die einzige Supermacht, sie machen Weltpolitik, indem sie sich einmischen - oder sich manchmal auch nicht einmischen. Das World Trade Center ist das Symbol für wirtschaftliche Macht und der Stolz nicht nur der New Yorker, sondern das der meisten Amerikaner. Viele Firmen (und natürlich nicht nur amerikanische) haben dort Büros und Filialen. Auch das Pentagon ist ein wichtiges Symbol: es steht für die militärische Macht der USA und des Verteidigungsbündnisses (NATO). Von vielen Menschen werden die Anschläge deshalb auch als Angriff auf die "westliche Welt" verstanden. Die Nato hat aus diesem Grund den Bündnisfall und die gemeinsame Bekämpfung des Terrorismus beschlossen.

Man darf sich allerdings auch gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn diese Flugzeuge in Atomkraftwerke gestürzt wären.

Die Täter

Die Identitäten der mutmasslich 19 Selbstmordattentäter, die die Flugzeuge entführt haben, sollen bekannt sein. Einige Spuren führen auch nach Deutschland.
Fieberhaft wird nach den Organisatoren des Attentats gesucht. Der Verdacht der USA fiel relativ schnell auf den arabischen Milliardär Osama bin Laden, der sich in Afghanistan aufhalten soll. Die USA haben die afghanische Regierung schon zu einem früheren Zeitpunkt aufgefordert, Bin Laden auszuliefern. Die Taliban-Regierung stellt dafür Bedingungen, auf die die USA wohl nicht eingehen werden. Außerdem fordern sie eindeutige Beweise für Bin Ladens Beteiligung an den Terroranschlägen. Bin Laden selber bestreitet, etwas mit den Anschlägen zu tun zu haben. Er soll angeblich nicht mal mehr ein Satellitentelefon besitzen, mit dem er mit seinen Anhängern hätte telefonieren können.

Wie geht es weiter?

Viele von euch haben in den Foren geschrieben, dass ihr befürchtet, dass es Krieg gibt. Tatsächlich hat der Präsident der Vereinigten Staaten, Bush, erklärt, dass es einen militärischen Vergeltungsschlag geben soll, der wahrscheinlich Afghanistan treffen soll. Viele Afghanen und Ausländer verlassen schon das Land. Doch es mehren sich auch die Stimmen, die vor einem solchen Schlag warnen und eindringlich um Besonnenheit bitten. Es ist noch nicht bewiesen, wer die wirklichen Drahtzieher waren. Jemand ist so lange unschuldig, bis seine Schuld erwiesen ist. Und: man kann die Welt nicht in "Gut" (wir) und "Böse" (die "Islamisten") aufteilen. Das ist gefährlich. Auch wenn einige Nachrichtensendungen nach dem Anschlag Bilder von jubelnden Moslems zeigten, so ist doch Tatsache, dass die große Mehrheit der Moslems die Anschläge verurteilen und genauso schockiert sind wie wir.

Autorin / Autor: Astrid Reinberger - Stand: 17. September 2001