Sammelwahn

Sammeln hat nicht nur etwas mit alten Herren, Briefmarken oder Münzen zu tun...

Ob Briefmarken oder Parfümfläschchen, Handtaschen oder Bierdeckel, Schuhe, Barbiepuppen oder Mangabildchen - Sammeln ist eine Leidenschaft, die vor kaum jemanden Halt macht. Sammelwut zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen und Bildungsschichten, Junge und Alte, Mädchen wie Jungs, von der Professorin bis zum Hauptschulabsolventen - es gibt eigentlich kaum jemanden, der nicht irgendwie schon mal irgendwas gesammelt hat. Vielen ist es vielleicht gar nicht bewusst, dass auch sie eifrige SammlerInnen sind. Sie sammeln vielleicht Bilder, die sie aus dem Internet zusammensuchen, legen Unmengen von Ordnern und Unterordnern an, schaffen eine ganz eigene Ordnung in ihrer ganz eigenen Sammlerwelt und bilden sich dabei ein, Sammeln hätte nur etwas mit alten Herren, Briefmarken oder Münzen zu tun. Manche müssen aus jedem Urlaub Muscheln mitbringen und bewahren sie in großen Glasflaschen oder auf der Fensterbank auf. Manche brauchen jeden Schnispel über ihren Lieblingsstar und können über ein Glas, das er/sie berührt hat, vor Freude ausflippen. Dahinter verbirgt sich weniger ein übertriebener Starkult als ein ausgesprochener Sammelwahn. Kennt ihr nicht diese Kleinanzeigen: Tausche alles von Britney gegen alles von Shakyra? Gebe Bro'sis-Sammlung auf, suche alles von Blue? Die Stars werden bedenkenlos über Bord geworfen, sobald man ihrer überdrüssig geworden ist, nur der Sammelwut, der bleibt man treu.

Mehr, mehr, mehr!
Der Einzelhandel hat sich die Sammelwut längst zu Nutze gemacht. Rabattmarken, HappyDigits, Treuepunkte - sammeln und sparen, sammeln und Prozente bekommen, sammeln und "Treueprämien" kassieren. Man muss es den KundInnen gar nicht aufdrängen, die meisten sammeln freiwillig und voller Elan. Einkaufen, um Punkte zu sammeln, eine eigentlich ziemlich miese Masche, die aber hervorragend funktioniert.
Laut einer Emnid-Umfrage sind die gefragtesten Sammelobjekte jedoch noch nicht Bonuspunkte, sondern Bücher, dann CD's, dann erst kommen Münzen. Briefmarken liegen mit 10 Prozent noch hinter Porzellan, Stofftieren, Figuren und Kristall und Glas. Sicher wurde in dieser Umfrage aber nicht nach der Sammelwut im Internet gefragt. Nicht enden wollende Seiten mit so schönen Namen wie Animegallery und Mangaparadise und wie sie alle heißen, geben ein Zeugnis vom Internet-Bildchen-Sammelwahnsinn. Auch virtuelle Tierhöfe und Hexenschulen sind am Ende nichts anderes als ein Sammelsurium von immer mehr Tieren, mehr Zubehör, mehr Utensilien und Figuren, mit denen schon lange niemand mehr spielt. Da wird keine Hexenschule simuliert, da wird gnadenlos gesammelt. Mehr, mehr, immer mehr! Glanz- und Sammelbildchen, wie sie an Kiosken verkauft werden oder Süßigkeiten beigelegt werden, um sie Kindern noch schmackhafter zu machen, sind dagegen einfach nur lächerlich - was für den Kindergarten - kommen sie doch nie an die Masse ran, die man im Internet so schön horten kann.

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Autorin / Autor: ~sabine~ - Stand: 12. März 2004
 
 

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