Land unter im Norden

Die Folgen des Klimawandels für Deutschland - Teil 2

Es wird eng, wenn Menschen vor dem Klima flüchten

Und nicht nur im Inland bekommen wir wohl durch den Klimawandel in Zukunft öfter nasse Füße: erst kürzlich musste der angenommene Anstieg des Meeresspiegels nach oben korrigiert werden. Wenn aber diese Wassermassen landeinwärts drücken, dann bedeutet das für Regionen, deren Höhenlage sich nur wenig vom Meeresspiegel unterscheidet, gravierende Folgen bis zur dauerhaften Überflutung. In Deutschland würde das logischerweise eher den Norden treffen, aber Vorsicht an alle, die jetzt noch denken mögen: „Auf Hamburg können wir verzichten…“! Denn wessen Heimat überschwemmt und dadurch unbewohnbar wird, der wird wohl kaum dort bleiben und sich „brav“ ertränken lassen. Das aber würde bedeuten, dass wir nicht nur innerhalb Deutschlands enger zusammenrücken müssen – auch die Zahl der Flüchtlinge aus anderen Ländern, die neuen Lebensraum beanspruchen, würde drastisch steigen. Wieder einmal in Anlehnung an die oben genannte Website: Der Weltklimarat schätzt, dass bis 2050 in etwa 150 Millionen Menschen in Folge von Klimaveränderungen zu Flüchtlingen werden.

Es wird kalt in Nord- und Westeuropa

Wir sind gewohnt, vom Klimawandel auch als „Klimaerwärmung“ zu sprechen. Generell ist das richtig, da in der Gesamtbilanz die Temperatur der Erde ja steigt – was uns aber nicht bewusst ist, ist dass punktuell mit den Folgen dieser Erwärmung, vor allem dem Abschmelzen von Gletschern, auch ein Sinken der Temperaturen einhergehen kann. Wie das? Das Problem liegt im unterschiedlichen Salzgehalt von Meereswasser und Süßwasser, wobei tausende Gletscher und erhöhte Niederschläge letzterem zuzurechnen sind. Auch dieses Mehr-Wasser wird im Laufe des Wasserkreislaufes irgendwann zu Meer-Wasser – und je mehr die Ozeane so „versüßt“ werden, desto weiter nimmt mit der Salzkonzentration auch die Dichte des Wassers ab. Das „schwere“, salzige Meerwasser aber ist Voraussetzung für den Sog, der den Golfstrom in Gang hält, eine Strömung relativ warmen Wassers, die wie eine riesige Heizung dafür sorgt, dass die Lufttemperaturen über Nord- und Westeuropa nicht allzu tief in den Keller sinken.

Gefühl der Sicherheit ist Selbstbetrug

Schon aus diesen paar Absätzen, verfasst von einer, die zugegebenermaßen selbst keine Expertin ist und deshalb nur hoffen kann, dass ihr in den Details keine Fehler unterlaufen sind, geht hervor, wie komplex die Zusammenhänge auf diesem Planeten sind. Ich habe hier bei weitem nicht alle Folgen des Klimawandels, die irgendwann auch auf Deutschland zurückfallen können, erwähnt, im Gegenteil, ich habe wohl gerade einmal, um in einem zufälligerweise sehr passenden Bild zu sprechen, die Spitze des Eisbergs dargestellt. Ich hoffe aber, dass ich euch zumindest ein Gefühl dafür geben konnte, dass die Vorstellung, wir befänden uns hier in Mitteleuropa auf jeden Fall in einer eher sicheren Lage, schlichter Selbstbetrug ist.

Und so abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag – meine Botschaft lässt sich wie die vieler anderer mahnender Stimmen in einem Satz zusammenfassen: Leute, informiert euch, denn der Klimawandel geht uns alle an!

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Autorin / Autor: pfefferminztea - Stand: April 2009