Wie bitte...? Menstruationstasse?
Im Gegensatz zu Einwegprodukten sparen sie Abfall
Womit wir beim ersten Vorteil wären – meiner Ansicht nach ist die Gefahr, dass mit dieser Methode blutige Spuren in der Unterhose zurückbleiben, wesentlich kleiner als beim Tampon, der ja irgendwann einfach keine weitere Flüssigkeit aufnehmen kann. Zwar ist auch eine Menstruationstasse irgendwann mal voll. Aber sie fasst etwa 12 ml Blut und läuft erst über, wenn sich etwa 40 ml angesammelt haben – so zumindest die Aussagen einer Forumsbenutzerin zu diesem Thema, mir selbst ist ein Missgeschick dieser Art noch nie passiert. Der Grund, warum diese kleinen Becher auf meinen Umweltschutz-Seiten für so großes Aufsehen gesorgt haben, ist einfach: Sie sparen jede Menge Abfall, indem sie Einwegprodukte wie Binden und Tampons schlichtweg überflüssig machen. Euch kommt das nicht so viel vor? Ich habe mal ein bisschen nachgerechnet: gehen wir davon aus, eine Frau, die mit 12 ihre Tage bekommt und mit 50 mit dem Thema abgeschlossen hat, benutzt ihr Leben lang nur Binden. Das macht 38 Jahre, in denen sie jeden Monat, sagen wir, drei Tage lang (und das ist meiner Erfahrung nach eine eher optimistische Schätzung) auf Binden angewiesen ist. Und sind wir weiterhin optimistisch und sagen, sie kommt mit vier Binden am Tag aus.
Müllberg aus Binden und Tampons
38 x 12 = 456 456 x 3 = 1368 1368 x 4 = 5472
In Worten: Fünftausendvierhundertzweiundsiebzig Binden in einem Frauenleben!
Dieselbe Rechnung ließe sich natürlich auch auf Tampons anwenden. Die Küchenwaage, die ich zur Verfügung habe, ist kein Wunder an Genauigkeit, aber nach dem, was ich ablese, wiegt eine mittelgroße Binde bzw. ein mittelgroßer Tampon zwischen fünf und zehn Gramm – gehen wir für diese Rechnung mal von sieben aus. 5472 x 7 = 38304 Also etwa 38 Kilo Müll, das aufgesogene Blut noch gar nicht mitgerechnet!
Wie war das jetzt mit den finanziellen Vorteilen?
Auch auf die Gefahr hin, euch zu langweilen, muss ich noch mal ein bisschen vorrechnen: Eine Packung Always-Binden, Inhalt 14 Stück, kostet ca. 3,50 €. Es gibt billigere Marken, also sagen wir, um die drei Euro für 14 Stück. 5472 / 14 = gerundete 391 391 x 3 Euro = 1173 Euro. Dafür könnten wir uns 117 Taschenbücher für je 10 Euro kaufen. Oder 14 Paar Schuhe für je 80 Euro. Natürlich gibt’s den Mooncup, Ladycup, Diva-Cup, Keeper und wie sie alle heißen auch nicht ganz umsonst. Die meisten Modelle kosten zwischen zehn und dreißig Euro, manche etwas mehr. Aber dafür sollen sie, bei richtiger Pflege, bis zu zehn Jahre einsatzfähig sein, das hieße dann laut unserer Rechnung, 120 Euro Unkosten.
Wie pflegt und säubert man so eine Menstruationstasse denn nun?
Die einfachste Reinigung, die möglichst bei jedem Leeren vorgenommen werden sollte, ist ein einfaches Ausspülen mit Wasser. Wer sich grade auf einer öffentlichen Toilette befindet, kann aber auch einfach das Blut mit etwas Toilettenpapier oder einem (sanften! Wir wollen ja unsere empfindlichen Regionen nicht reizen.) Reinigungstuch abreiben. Zur gründlicheren Reinigung nach jeder Periode gibt es fast so viele Möglichkeiten wie Benutzerinnen. Die gängigsten sind das Abkochen des Cups in Wasser, das Einweichen in Essiglösung (ca. ein Esslöffel Essig auf eine Tasse Wasser) oder Natronlösung. Abkochen finden manche von euch vielleicht etwas unangenehm, schließlich könnte ja jemand anders entdecken, was ihr da macht. Eine Idee, um das zu umgehen, die ich sehr witzig fand, habe ich ebenfalls aus dem Menstrual-Cup-Forum auf LiveJournal: einfach Wasser heiß machen zum „Teekochen“, und dann den Becher in einer eigens dafür reservierten Tasse unbemerkt übergießen, zum „Trinken“ mit in euer Zimmer nehmen – fertig.
Wo bekommt man die Menstruationstassen?
Normalerweise sollte es kein Problem sein, über die Apotheke eine Menstruationstasse zu bestellen. Wem das allerdings peinlich ist, vor allem, weil die Angestellten dort wahrscheinlich nicht gleich wissen, wovon die Rede ist, kann auch über's Internet eine bekommen. Eine der vielen Bezeichnungen für die Mentruationstasse (siehe oben) in eine Suchmaschine eingeben - fertig! Außerdem nützlich: http://menstrualcups.org/ (Das mehrfach erwähnte Forum, leider Englisch.)
Autorin / Autor: pfefferminztea - Stand: 17. September 2008