Wasser lebt! - Teil 2

Unser Grundwasser ist stark gefährdet! Ökologische Landwirtschaft kann es retten.

Wo kommt denn unser Wasser her?

Noch bis vor wenigen Jahren wurde das Trinkwasser aus Flüssen oder aus Grundwasserbrunnen gepumpt, die nicht sehr tief unter der Erde lagen. Mittlerweile ist das Grundwasser unter vielen Städten aber mit Chemikalien aus Industriebetrieben vergiftet. Auch in ländlichen Gebieten mussten zahlreiche Brunnen geschlossen werden, weil die Böden und das Grundwasser mit Düngemitteln und Pflanzengiften aus der Landwirtschaft verseucht sind. Das führt dazu, dass die Brunnen immer tiefer gebohrt werden. Viele Wasserwerke saugen Tiefenwasser ab, das Jahrtausende alt ist. Allein in Europa werden pro Jahr 300.000 Tonnen Pestizide auf Getreide, Obst, Mais, Wein usw. gespritzt oder direkt in den Boden eingebracht. Der Regen spült sie in die Flüsse und Bäche, der Wind trägt sie weiter, oder sie sickern eben direkt durch den Boden ins Grundwasser - und damit in unsere Trinkwasserbrunnen. Seit 1980 sind zwar Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser verboten, aber die Pestizidhersteller behaupteten, die Gifte würden gar nicht bis ins Grundwasser gelangen und überhaupt ganz schnell abgebaut. Es mussten erst Hunderte von Trinkwasserbrunnen wegen Pestizidbelastung geschlossen werden, bevor die Industrie einsah, dass ihre Informationen schlichtweg falsch waren.

Was kann man denn tun?

Wenn das Wasser überall sorgfältig genutzt und wiederverwendet würde, könnte man in vielen Regionen die Wasserprobleme lösen. Obwohl In Indien nicht als das absolute Vorbild in Sachen sauberes Wasser gilt, ist doch eine Sache bemerkenswert: In dem asiatischen Land beziehen die meisten Großstädte ihr Trinkwasser aus Flüssen. Da es billiger ist, die Flüsse zu schützen, als später das Wasser wieder zu reinigen, hat die Regierung strenge Bestimmungen für die Industrie eingeführt. Die Behörden stellen sehr viel Geld zum Bau von hygienischen Latrinen (Toiletten) zur Verfügung, damit die Fäkalien nicht in den Flüssen landen.
Abfälle und Fäkalien mit Trinkwasser fortzuspülen, so wie wir es hier praktizieren, ist nicht fortschrittlich. Es hat langfristig keine Zukunft. Auch in Deutschland gibt es schon Anzeichen für ein Umdenken.

Ökologische Landwirtschaft

Ökologische Landwirtschaft ist das beste Mittel, um das Grundwasser zu schützen. Hier werden weder Kunstdünger noch Pestizide eingesetzt. Die Tiere können im Freien grasen, picken oder suhlen, die Anzahl der Tiere ist begrenzt und so kann der Mist problemlos auf die Felder aufgetragen werden, ohne dass, wie bei der Massentierhaltung, die Böden überdüngt werden durch riesige Mengen an Exkrementen, die regelmäßig auf die Felder gekippt werden. Bei der Überdüngung passiert nämlich folgendes: Boden und Pflanzenwurzeln können nur einen begrenzten Teil der Exkremente als Düngung aufnehmen und die restlichen Nährstoffe wandern ins Grundwasser und belasten es. Die ökologische Landwirtschaft bietet also nicht nur den Tieren ein artgerechtes Leben und produziert gesunde, giftfreie Nahrungsmittel - sondern ist auch ein wertvoller Gewässerschutz!

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Autorin / Autor: Rosi Stolz - Stand: 14. März 2003