Mehr als Entspannung

Neurologische Studie: Meditation verändert Hirnstruktur

Meditation wird meist mit einem friedvollen Gefühl und körperlicher Entspannung verbunden. Meditierende haben aber darüber hinaus immer wieder von dauerhaften positiven psychologischen und kognitiven Auswirkungen berichtet. Diesen Behauptungen wollte nun ein deutsch-amerikanisches Neurologinnenteam auf den Grund gehen.

Dr. Britta Hölzel von der Universität Gießen und Dr. Sara Lazar vom "Massachusetts General Hospital" dokumentierten die Gehirnstruktur von 16 Testpersonen vor und nach einem 8-wöchigen Meditationstraining. In dem sogenannten Achtsamkeitsmeditations-Programm ("Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR)) wurde vor allem die urteilsfreie Wahrnehmung von Empfindungen, Gefühlen und der Gemütsverfassung eingeübt. Die ProbandInnen bekamen außerdem Hilfestellungen für das Meditieren zu Hause und sollten dokumentieren, wie lange sie das praktiziert hatten.

Meditation reduziert Stressempfinden und verbessert Lernen und Gedächtnis

Die Magnetresonanztomographie der Gehirne der Testpersonen sowie einer Kontrollgruppe, die nicht meditiert hatte, machte die Veränderungen, die das Meditationstraining bewirkt hatte, sichtbar. Die NeurologInnen entdeckten bei der Meditationsgruppe etwa eine Zunahme der Dichte der grauen Substanz im Hippocampus, einem Bereich im Gehirn, der unter anderem für Lernen und Gedächtnis zuständig ist. Die TeilnehmerInnen des Meditationstrainings berichteten außerdem von reduziertem Stressempfinden, dies wurde bei ihnen auch sichtbar durch eine reduzierte Dichte der grauen Masse im Bereich der sogenannten Amygdala, die eine wichtige Rolle spielt bei Ängstlichkeit und Stressempfinden.

Für die ForscherInnen zeigen die Ergebnisse, dass die positiv erlebten Effekte von Meditation nicht nur durch ein Mehr an Entspannung erreicht werden, sondern offenbar auf messbaren Veränderungen in der Gehirnstruktur basieren. "Wir können eine aktive Rolle dabei spielen, die Gehirnstrukturen zu verändern und so unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität steigern", fasst die Forscherin Britta Hölzel die Erkenntnisse zusammen.

Die Ergebnisse der Studie erscheinen im Fachblatt "Psychiatry Research: Neuroimaging".

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Autorin / Autor: Redaktion / eurekalert.org - Stand: 24. Januar 2011