Zuckerkalien

Einsendung zum Schreibwettbewerb "Eine angelehnte Tür" von Beltz & Gelberg und LizzyNet

Ich liege im Bett und starre an die Decke. Es ist Abend und der große Vollmond erleuchtet mein Zimmer. Meine Eltern sind heute Abend bei Freunden und feiern deren Hochzeit. Es ist die erste Nacht, in der ich allein bin. Kein Mensch, nur ab und zu ruft ein Käuzchen von Ferne her. Ich kann kein Auge zu tun. Alles ist so leise. NormalerWeise schauen meine Eltern um diese Zeit noch fern. Aber heute ist es ganz still.

Ein paar Wolken schieben sich vor den Mond. Jetzt ist es stockdunkel.
-RUMS-
machte es. Was war das? Ich bewege mich nicht.
-RUMS-
noch einmal! Ich ziehe meinen Kopf ein. Jetzt ist es wieder still. Langsam steigt meine Neugier. Ich leg die Decke weg und laufe leise auf Zehenspitzen zum Dachboden, denn von dort kam das Geräusch. Ich stehe vor der Tür und lausche. Nichts!
Plötzlich sehe ich, dass die Dachbodentür angelehnt ist. “Komisch“,denke ich,“ meine Eltern sorgen doch immer dafür, dass die Tür sorgfältig geschlossen wird.“ Ich drücke die Tür noch etwas weiter auf. Ein greller Lichtschein strömt hinaus. Erschrocken ziehe ich sie wieder zu.
Aber meine Neugier siegt und ich mache sie noch einmal auf. Dieses Mal noch etwas weiter und schlüpfe hinein. Was ich sehe lässt mein Herz schneller schlagen. Ich stehe auf einem Törtchen, dass gerade wie ein Boot in einem Schokofluss treibt. Am Rand des Schokoflusses sehe ich tausende von Süßigkeiten. Bonbons, Kaugummis,und anderes, leckeres Klebzeug. Ich greife nach einem riesigem, rosa Smartie und beiße ab. Niemand ist zu Sehen. Doch da irre ich mich , denn das,was ich jetzt sehe, verschlägt mir fast den Atem. Ein Gummibärchen-pferd galoppiert neben mir und ruft:“Steig auf! Ich bringe dich zu dem schönsten Platz in Zuckerkalien.“  Ich überlege nicht lange und steige auf. Im wilden Galopp jagen wir an sÄmtlichem Süßkram vorbei. Plötzlich bleibt das Pferd stehen. “Das hier ist Südzuckerkalien. Hier leben unsere berühmten Marzipanflamingos. Ach ja! Ich habe ganz vergessen mich vorzustellen:
ich bin Donald. Und wer bist du?“ fragt Donald
„Ich bin Agnes und komme aus Deutschland. Ich glaube nicht, dass irgendwer aus meiner Welt dieses wunderbare Land hier kennt.“, antwortete ich. Donald nickt darauf mit dem Kopf und sagt:“wir wissen, dass keiner aus der Menschenwelt dieses Land hier kennt. Aber du hast uns gefunden. Gehe jetzt nach  Hause, deine Eltern werden bald kommen. Komme mich besuchen, wenn du Zeit hast. Bis dann, tschüss!“ “Tschüss.“, sage ich und schon stehe ich vor der angelehnten Tür und erinnere mich an das Erlebnis. Fasst erscheint es mir wie ein Traum, aber das Bonbon in meiner Hand zeigt mir, dass ich wirklich dort war. Ich schiebe die Tür zu und lege mich ins Bett. Kurz darauf kommen Meine Eltern Nach Hause und legen sich schlafen. Sie merken nicht, dass ich in Zuckerkalien war. Ich liege noch da und starre an Die Decke. Dann schlafe ich ein.
                  ENDE

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Autorin / Autor: Agnes, 12 Jahre - Stand: 14. Juni 2010