Macht kämpfen glücklich?
Aggression setzt Glückshormone frei
Dopamin, das sogenannte Glückshormon, wird in unseren Gehirnen anscheinend nicht nur dann produziert, wenn wir etwas Leckeres essen, Sport machen oder verliebt sind, sondern auch wenn wir uns aggressiv verhalten. Das ergab eine Studie der Vanderbilt-Universität in Nashville.
Die WissenschaftlerInnen machten Versuche mit männlichen Mäusen, die ihr Revier gegen fremde Artgenossen verteidigen mussten. Nach einigen Kämpfen, wurden die Eindringlinge nur noch auf Knopfdruck, das heißt mit dem Einverständnis der Reviersinhaber, in den Käfig gelassen. Überraschenderweise "öffneten" diese sogar freiwillig die Käfigtür und signalisierten damit, sich gerne auf ein neues Kämpfchen einzulassen. Als die ForscherInnen die Ausschüttung des Hormons Dopamin bei den Mäusen verhinderten, verschwand die Kampflust bei den Käfigeinwohnern, und die Eindringlinge mussten draußen bleiben.
Für die ForscherInnen ergibt sich aus diesen Versuchen auch ein Erklärungsansatz für menschliches Verhalten. Da Aggression bei fast allen Wirbeltieren zur Verteidigung eingesetzt wird, um das eigene Leben und das der Nachkommen zu schützen, gehört sie quasi zu unserer biologischen Grundausstattung. Zwar müssten wir heutzutage nicht mehr Beute und Revier verteidigen, aber unsere Hormonproduktion funktioniere immer noch nach dem Prinzip: Belohnung für Aggression. Da hätten wir doch eine prima Lösung für die jugendlichen (meist männlichen) Gewalttäter: Schicken wir sie doch einfach in den Boxring statt in den Knast ;-).
Autorin / Autor: Redaktion/wissenschaft.de - Stand: 17. Januar 2008