Mehr Steuer auf Limos und Süßgetränke

Die Koalition hat sich auf eine Zuckergetränkesteuer geeinigt. Wenn sie beschlossen wird, greift sie ab dem 1. Juli 2027. Stark gezuckerte Getränke werden dann teurer.

Coca Cola & Co. könnten ab Mitte nächsten Jahres teurer werden, denn dann soll die Zuckergetränkesteuer in Kraft treten. Die Steuer auf stark gezuckerte Getränke wurde lange und kontrovers diskutiert. Vor allem Lebensmittelverbände, Agrarverbände und große Getränkehersteller beklagten sich über "Bevormundung", Bürokratie und Arbeitsplatzgefährdung.

Gesundheitsorganisationen, Kinder- und Verbraucherschutzverbände fordern jedoch schon lange, vor allem Kinder und Jugendliche vor überzuckterten Nahrungsmitteln zu schützen. Schließlich verursacht der übermäßige Zuckerkonsum jede Menge gesundheitliche Schäden - neben Übergewicht erhöht sich das Risiko für Diabetes und eine Vielzahl anderer Krankheiten, die das Gesundheitswesen stark belasten. Nach langem Hin und Her hat sich das Bundeskabinett auf einen Vorschlag geeinigt, über den noch im Deutschen Bundestag abgestimmt werden muss.

Nach einem Stufenverfahren soll ab dem 1. Juli 2027 eine Steuer von 26 Cent pro Liter auf mit Zucker gesüßte Getränke erhoben werden, wenn ihr Zuckergehalt 5 Gramm oder mehr pro 100 Milliliter enthält. Ab 8 Gramm sollen es 32 Cent sein. Zur Orientierung: Coca Cola etwa enthält 10,6 Gramm Zucker pro 100 ml, der Energydrink Redbull 11 g pro 100 ml.

Betroffen sind von der Steuer Limonaden und Eistees, Fruchtsaftgetränke mit zugesetztem Zucker sowie Energydrinks. Ungesüßte Schorlen, Fruchtsäfte oder Getränke mit Süßungsmitteln sind nicht betroffen. Auch können kleine Hersteller von der Regelung ausgenommen werden.

Weniger ist also möglich!

Die Befürworter:innen der Steuer erhoffen sich neben gesundheitlichen Vorteilen, dass Hersteller:innen dazu gebracht werden, ihre Rezepturen zu überdenken. Es ist ja schließlich auch möglich, Getränke weniger stark zu süßen.

Vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, wissen oft gar nicht, was sie da eigentlich zu sich nehmen. So würde wahrscheinlich jeder Mensch ablehnen, 10 Stück Würfelzucker auf einmal zu essen, aber nicht mit der Wimper zucken, eine Dose Cola zu trinken - was zuckermäßig ungefähr auf das selbe hinauskäme. 

In vielen anderen Ländern gibt es bereits Steuern auf gezuckerte Getränke - etwa in Dänemark, Frankreich oder Großbritannien. Ob die Menschen darum zu weniger gesüßten Produkten greifen oder einfach mehr zahlen, dazu gibt es noch recht uneinheitliche Erkenntnisse.
Mit Sicherheit ist aber ein höherer Preis ein besseres Instrument als auf die Einsicht der Hersteller zu hoffen. Die Stiftung Warentest hat schon 2019 vorgerechnet, dass der Zuckergehalt in Softdrinks in Großbritannien - einem Land mit Zuckersteuer - deutlich niedriger ist. Eine 0,5 l Flasche Fanta hatte  dort 23 Gramm Zucker, in Deutschland waren es 45,3 Gramm. Weniger ist also möglich!

Durch die Steuer sollen dem Bund Mehreinnahmen von 690 Mio. Euro im Jahr 2027, 925 Mio. Euro im Jahr 2028 und zwischen 875 und 890 Mio. Euro in den Jahren 2028 bis 2031 entstehen. Die Steuereinnahmen sollen dazu verwendet werden, die Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung stabil zu halten.

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    Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 15. Oktober 2026