Zu nah dran!

Studie: Nahaufnahmen vom Gesicht wecken Misstrauen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. Und wenn man wirklich das „Richtige“ aussagen möchte, muss man anscheinend auf tausend Kleinigkeiten achten. Lächeln ist gut, aber ein Grinsen bis zu den Ohren könnte leicht verrückt wirken, die Kleidung sollte - zumindest auf einem Bewerbungsfoto - schick gewählt sein, allerdings nicht zu pompös, das Licht muss natürlich stimmen, und, und, und. Jetzt haben ForscherInnen des California Institute of Technology in Pasadena einen weiteren Aspekt gefunden, den ihr beherzigen solltet, wenn ihr auf Fotos besonders vertrauenswürdig herüberkommen wollt. Und zwar kommt es auf den Standpunkt des Fotografen an.

Die Psychologen um Ronnie Bryan testeten, wie Betrachter auf unterschiedliche Porträtfotos reagierten und stellten fest: je näher die Kamera dem Gesicht des Fotografierten war, umso weniger vertrauenswürdig wirkte dieser auf die Betrachter. Der Grund dafür ist, dass das Gesicht perspektivisch leicht verzerrt ist, wenn man es von Nahem aufnimmt.

Insgesamt nahmen mehrere hundert Testpersonen, entweder im Labor oder über das Internet, an unterschiedlichen Experimenten teil. Sie sollten stets jeweils zwei Aufnahmen eines Gesichtes bewerten. Die Fotos unterschieden sich nur in einem Aspekt: dem Abstand zwischen der Kamera und dem Gesicht. Bei dem ersten Foto betrug dieser etwa 60 cm, beim zweiten um die 215 cm. Den Bildausschnitt und die Helligkeit glichen die Forscher auf beiden Fotos an. Jetzt sollten die Testpersonen angeben, wie attraktiv und vertrauenswürdig die abgebildete Person auf Bild 1 und 2 auf sie wirke. Das Ergebnis: die Nahaufnahmen kamen bei den Testpersonen deutlich schlechter an. War die Kamera nah am Gesicht des Abgebildeten, so wirkte dieser auf die Befragten weniger vertrauenswürdig, weniger kompetent und weniger attraktiv.

Dies liege an einer leichten Verzerrung, die wir allerdings eher unbewusst wahrnehmen, erklären die ForscherInnen. Ist die Kamera nah am Gesicht, so wirke die Nase größer, die Ohren jedoch verhältnismäßig kleiner. Die Proportionen verändern sich leicht. Ein Foto, das aus der Nähe aufgenommen ist, sei zudem sehr intim, die Wohlfühl-Distanz bleibe nicht gewahrt. Denn schließlich halten wir auch im Alltag eine gewisse Intimdistanz ein und treten unserem Gegenüber nicht allzu nahe, wenn wir diesen nicht gut kennen.

Bei eurem nächsten Fototermin solltet ihr euren Fotografen also möglichst auf Abstand halten ;-).

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 2. Oktober 2012
 
 
 

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