Will auch!

Neid entsteht auch in banalen Situationen, wenn unsere Selbstkontrolle anderweitig beschäftigt ist

Er macht gelb, gilt als eine der Todsünden und steht niemandem gut zu Gesicht: der Neid. Grund für jeden, ihn so weit es irgendwie geht, im Zaum zu halten. Aber diese Selbstbeherrschung ist anstrengend und besetzt Kapazitäten. Sind keine mehr frei, kommt der Neid zum Zuge...
Das zumindest meinen zwei Forscher der Universität zu Köln, die sich ausgiebig mit der hässlichen Missgunst beschäftigt haben und ihre Theorien auch in Experimenten mit Testpersonen ausprobiert haben. Sie wollten in ihrer Experimentalstudie zeigen, dass Neid nicht nur - wie sonst angenommen wird - in Situationen entsteht, die für unser eigenes Selbstbild wichtig sind, sondern auch in ganz banalen Alltagssituationen, in denen wir in irgendeiner Form einen sozialen Vergleich anstellen, bei dem wir unterliegen - und sei es nur, dass wir einen trockenen Keks bekommen, während unserem Tischnachbarn ein cremiges Eis kredenzt wird. Die Forscher glauben aber auch, dass die Selbstkontrolle dieses Gefühl gut in den Griff bekommen kann, so lange sie nicht durch andere Aufgaben und Tätigkeiten davon abgehalten wird.

Ihren potentiellen Neidhammeln servierten die Forscher in einem der Experimente unterschiedliche Leckereien. Dabei beanchteiligten sie einige absichtlich, um Neid hervorzurufen. Zusätzlich störten sie in einigen der Experimente die Selbstkontrolle durch Aufgaben, die kognitive Ressourcen in Anspruch nehmen (z.B. Zahlen merken). Auch alkoholisierte Testpersonen wurden in die Experimente mit einbezogen (die Forscher sammelten sie im Kölner Karneval auf ;-)). Weil Alkohol die Selbstkontrolle extrem beeinträchtigt, glaubten die Forscher, sie würden auf eine Süßigkeitenbeanachteiligung neidischer reagieren als nüchterne Versuchspersonen.

In allen Versuchen bestätigten sich die Hypothesen der Forscher. Der spontane soziale Vergleich führte unter den Versuchsbedingungen zu Neid bei den benachteiligten Betroffenen, die ein Leckerli nicht bekamen, wohl aber eine andere anwesende Person. Auch sie wollten plötzlich haben, was die anderen hatten. Dies traf besonders zu, wenn die Selbstkontrolle gestört wurde.

Wenn eure Freundin also plötzlich einen Neidanfalle bekommt, weil euer Frühstücksbrot leckerer aussieht, dann ist ihre Selbstkontrolle wahrscheinlich gerade anderweitig beschäftigt und ihr dürft mal großzügig über diese Unart hinwegsehen ;-).

Die Ergebnisse der Studie von Jan Crusius und Thomas Mussweiler erscheinen in der Februarausgabe des Fachblatts "Emotion".

Lies die Studie im Netz

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 22. Februar 2012
 
 

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