Positiv zusammen leben

Am 1. Dezember ist Weltaidstag! Die Kinderhilfsorganisation UNICEF warnt, dass sich weltweit immer mehr Kinder und Jugendliche infizieren. Besonders betroffen sind Mädchen.

In Deutschland leben rund 85.000 Menschen mit HIV/AIDS. Dank moderner Medikamente haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebenserwartung. Sie können in jedem Beruf arbeiten und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Wird HIV rechtzeitig festgestellt und behandelt, ist eine AIDS-Erkrankung vermeidbar.

Weil aber noch immer viele Vorurteile und große Unwissenheit über die Ansteckungsgefahren bestehen, haben HIV-Infizierte unter Ausgrenzung und Zurückweisung zu leiden.
Viele verschweigen darum ihre Infektion, was zur Folge hat, dass HIV aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Die deutsche Kampagne zum Weltaidstag 2016 dreht sich darum vor allem um den Umgang mit HIV-Positiven und will für ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung werben.

Nur 46% aller Betroffenen haben Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten
Während hierzulande zumindest die medizinische Versorgung für ein beschwerdefreies Leben sorgen kann, sieht es in anderen Ländern für HIV-Infizierte deutlich schlechter aus. So haben weltweit nur 46% aller Betroffenen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten. 2015 sind 1,1 Mio. Menschen an Aids gestorben.

Immer mehr Kinder und Jugendliche infiziert
Die Kinderhilfsorganisation UNICEF warnt, dass sich weltweit immer mehr Kinder und Jugendliche infizieren. Setzt sich der aktuelle Trend fort, werden die Neuinfektionen von 15- bis 19-Jährigen von 250.000 im Jahr 2015 auf fast 400.000 in 2030 steigen.
Weltweit leben derzeit schätzungsweise 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren mit HIV. Nur etwa die Hälfte von ihnen wird medizinisch behandelt.

Aids bleibt dem neuen UNICEF-Report zufolge eine der häufigsten Todesursachen für Kinder und junge Menschen zwischen zehn und 19 Jahren. Im vergangenen Jahr starben rund 41.000 Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe an den Folgen der Immunschwächekrankheit – das waren durchschnittlich 112 pro Tag. Mädchen sind besonders betroffen: Im südlichen Afrika, der Region mit der höchsten HIV-Rate, sind drei Viertel der infizierten Menschen zwischen 15 und 19 Jahren Mädchen. 

UNICEF fordert deshalb unter anderem, die frühe Diagnose und den Zugang zu Medikamenten zu verbessern. Gleichzeitig müssen Programme zur Prävention, etwa durch die Sexualaufklärung von Jugendlichen, stärker gefördert werden.

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung Welt-Aids-Tag, UNICEF - Stand: 1. Dezember 2016