Wasser und Seife sind ausreichend!

Am 5. Mai ist Welt-Händehygienetag - in diesem Jahr rennt er erstmals offene Türen ein!

Auf LizzyNet haben wir Jahr für Jahr wechselweise über den Welt-Händehygienetag am 5. Mai und den internationalen Händewaschtag am 15. Oktober berichtet. Und immer wieder war das eher eine Gähn-OK-ist-wichtig-aber-wen-interessierts-Nachricht. "Hände waschen beugt Krankheiten vor!" oder "Mit Seife und Wasser gegen Viren & Co.!" lauteten die unspektakulären Überschriften zu den noch unspektakuläreren Ehren-Tagen. Aber immerhin kann nun niemand sagen, er wäre im Vorfeld nicht informiert worden, dass Hände waschen wichtig ist. Niemand kann nun mehr abstreiten, dass diese Tage ihren Sinn haben, weil sie uns daran erinnern, wie angreifbar wir sind und dass wir mit unseren Händen nicht nur die Welt begreifen, sondern auch jede Menge potentielle Krankheitserreger einsammeln. Heute würde vielleicht niemand mehr sagen, ach was, da passiert schon nichts, wenn ich mir nach 12 Stunden Türklinken, Haltegriffen und Einkaufswagen die Eis-Finger abschlecke. Nein, heute würden wir uns vor Ekel schütteln, heute ist die Seife ständig ausverkauft, und Schulen öffnen auch darum noch nicht, weil es teilweise an der Möglichkeit fehlt, dass alle Schüler_innen sich ohne Gedränge die Hände waschen können. Letzteres ist ein Problem, das ebenfalls Jahr für Jahr thematisiert wurde und immer wieder als zweitrangig in die Später-Bearbeiten-Ablage geriet.

Wasser und Seife genügt - Warnung vor Handdesinfektionsmitteln
Anlässlich des Welt-Händehygienetags 2020 brauchen wir nun also niemanden darauf hinzuweisen, wie wichtig Hände waschen ist und müssen auch niemandem erklären, dass ungewaschene Hände krank machen können. Allerdings ist es vielleicht ein guter Anlass, noch einmal darauf hinzuweisen, dass Desinfektionsmittel für die Hände außerhalb des medizinisches Bereichs - auch in diesen Zeiten - Unsinn sind, zumindest wenn auch Wasser und Seife zur Verfügung stehen. Das Hamburger Umweltinstitut warnt aktuell sogar vor den Gesundheitsschäden durch Desinfektionsmittel.

Gesundheitsrisiken durch Desinfektionsmittel
Zum einen seien viele der Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln gesundheitsschädlich (bspw. krebserregend, sensibilisierend, allergieauslösend, lungen-, leber- und nervenschädigend). Dies gelte sowohl beim Einatmen des Nebels aus Sprühflaschen als auch bei der Anwendung auf der Haut. Zum Beispiel sei das verwendete Isopropanol weitaus giftiger als üblicher Trinkalkohol und auch Aldehyde und Ketone, genauso wie zusätzliche Prozess-Chemikalien und Duftstoffe, wiesen ein erhebliches Gesundheitsrisiko auf. Weil Desinfektionsmittel zudem die Haut stark austrocknen, werde außerdem die natürliche Hautflora geschädigt. Wer dann ständig Handcreme verwendet, um der Trockenheit entgegenzuwirken, verschärfe das Problem, da die fetthaltige Außenseite des Coronavirus dadurch geradezu aktiv festgehalten werde.

Desinfektionsmittel in Schulen und Kindergärten grob fahrlässig?
Das Hamburger Umweltinstitut hält es darum sogar für "grob fahrlässig", nun in Kindergärten, Schulen, an Arbeitsstätten und in privaten Haushalten chemische Desinfektionsmittel zu verwenden. Ein sorgfältiges Händewaschen mit Kernseife, Olivenseife oder auch einer anderen haushaltsüblichen Handseife reiche völlig aus, um mögliche Infektionsrisiken über die Hände oder durch Handkontakt auszuschließen. Dies solle aktiv in den entsprechen Bildungseinrichtungen vermittelt werden, anstatt liter- und kanisterweise chemische Lösungsmittel als vermeintlich sichere Lösung anzubieten.

Ihr braucht euch also nicht ärgern, wenn Desinfektionsmittel nirgendwo zu kriegen sind, ihr braucht sie nämlich gar nicht. Und wenn eure Lieblingsflüssigseife ausverkauft ist, dann holt ihr euch einfach ein solides Stück Handseife. Die wirkt genauso, kommt ohne Plastikmüll aus und hält wirklich fast ewig. Und wenn ihr euch vor dem mehrfach genutzten Handtuch fürchtet, dann legt euch einen Stapel Waschlappen zu oder zerschneidet alte Baumwolltücher oder T-Shirts zu kleinen Einmalhandtüchern, die dann in die 60°Grad-Wäsche wandern.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 5. Mai 2020