Wenn ein Sinn arbeitet, haben die anderen Pause

Eine Studie erklärt, warum Multitasking meist nicht funktioniert

Du kannst gleichzeitig fernsehen und mehr oder weniger sinnvolle Kurznachrichten schreiben? Du kannst beim Telefonieren aufräumen, backen, Möbel zusammenbauen? Sicher? Wie eine aktuelle Studie der Linköping University zeigt, ist dies gar nicht so einfach. Unser Gehirn konzentriert sich nämlich am liebsten auf einen Sinn. Das heißt, wenn wir mit einer Aufgabe beschäftigt sind, die unsere visuelle Aufmerksamkeit benötigt, schaltet der Hörsinn quasi in den Ruhemodus.

„Das Gehirn ist clever und hilft uns auf das zu konzentrieren, was gerade wichtig ist. Gleichzeitig blendet es Dinge aus, die uns ablenken und die für die Aufgabe irrelevant sind“ , sagt Jerker Rönnberg. Allerdings komme das Gehirn nicht gut mit mehreren nebeneinanderlaufenden Aufgaben zurecht. Nur ein Sinn alleine könne Hochleistungen erbringen, während die anderen ihre Aufmerksamkeit herunterfahren. Beim Autofahren zu telefonieren, ist deshalb keine gute Idee.

32 Studenten der schwedischen Linköping University nahmen an der Studie teil. Sie erhielten visuelle und akustische Aufgaben. Einige der Teilnehmer_innen durften diese in ruhiger Umgebung absolvieren, andere wurden mit irritierenden Hintergrundgeräuschen beschallt. Während der Tests zeichneten die Forscher_innen ihre Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT)  auf. Die Auswertung zeigte: Arbeiteten die Testpersonen an einer akustischen Aufgabe, so störten sie sich nicht allzu sehr an den Hintergrundgeräuschen. Hatten sie jedoch eine visuelle Aufgabe zu lösen, so sank die Gehirnaktivität in dem Bereich, der für das Hörzentrum zuständig ist. Das Hören wird dadurch in den Hintergrund gedrängt. Je schwieriger die Aufgabe, umso deutlicher war dieser Effekt zu erkennen: das Sehzentrum wird aktiver und das Hörzentrum unterdrückt.

Wer in eine Aufgabe vertieft ist, überhört deshalb auch schon mal gerne den eigenen Namen und kriegt gar nicht mit, angesprochen zu werden. Wenn du also effektiv arbeiten möchtest, solltest du dann vielleicht doch lieber eines nach dem anderen erledigen.

Quelle

Autorin / Autor: Redaktion (JH) - Stand: 14. September 2016
 
 
 

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