Wählen mit 16!?

Was denkt ihr darüber? Diskutiert mit!

Mit 16 Jahren geht die Politik an vielen vorbei. Wozu sich mit Inhalten beschäftigen, wenn man sowieso noch nichts zu sagen hat? Weshalb das politische Geschehen mitverfolgen, wenn man nur deprimiert daneben sitzen kann?
Und wenn sich das nun ändern würde?

Partizipation mit 16! Wählen mit 16!?
Würde sich für dich etwas ändern, wenn du jetzt schon deine Stimme abgeben könntest? Würdest du die Gelegenheit ergreifen, oder ist es nicht doch ziemlich überflüssig? Genau darüber wird der Bundestag diese Woche debattieren. Initiiert von der Partei Bündnis 90/Die Grünen liegt ein Gesetzesentwurf vor, Artikel 38 des Grundgesetzes zu ändern. Bereits 1970 wurde das Wahlalter erstmalig von 21 auf 18 Jahre herabgesenkt.

Ob die Grünen das im Jahr 2013 ebenfalls bewirken können, indem sie die Verantwortlichkeit der Heranwachsenden als Hauptargumentation nutzen, bleibt abzuwarten. Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren das Wahlrecht zu verweigern würde die Demokratieprinzipen verletzen, da den Jugendlichen ihre Selbstverantwortlichkeit genommen würde, heißt es außerdem im Gesetzesentwurf. Da kommt die Frage auf, warum das Wahlalter nicht direkt auf 14 herabgesetzt wird? Schließlich gehen Soziologen davon aus, dass spätestens 14-jährige in der Lage sind, Wahlprozesse zu verstehen und damit zu wählen.

Doch wir wollen es ja auch nicht gleich übertreiben. Neben den ganzen Hormonen, den schlechten Rentenaussichten, der Überalterung unserer Gesellschaft - kurz, den schlechten Zukunftsaussichten, die auf den Schultern der Jugend ruhen - ist für Politik vielleicht nicht immer ausreichend Platz vorhanden.

Da heißt es, sich langsam an die Materie herantasten und Stück für Stück die Welt der “Erwachsenen” erobern. Langsam “politische Luft” schnuppern. Möglich ist es, dass der neue Gesetzesentwurf 16-jährige tatsächlich anregt, sich politisch zu informieren und zu engagieren.
Wer weiß, ob die Zukunftsperspektiven mit heruntergesetzem Wahlalter in ein paar Jahren nicht sogar viel, viel rosiger aussehen? - Oder noch viel schlechter, weil die 16-jährigen sich aufgrund ihres jungen Alters zu stark von Eltern, Medien und Parteiversprechungen blenden lassen? Sicher ist dabei nur eines: Wir müssen abwarten, was die Zukunft in diesem Punkt bringt.

Der Gesetzentwurf zur Änderung von Artikel 38 des Grundgesetzes

Was hälst du vom Wählen mit 16?
  • Wählen ab 16 imber, 12.06.2013 16:53
    Ich finde es gut, wenn Jugendliche schon mit 16 wählen dürfen. Schon allein deshalb, weil es ja unsere Zukunft ist und nicht die der Politiker, die momentan regieren. Sie werden nicht unter den Folgen leiden, wenn sie durch ihre Politik z.B. dafür sorgen, dass die Kinder von heute in zwanzig Jahren ein z.B. großes Finanzproblem haben. Die heutigen Politiker lachen sich dann einfach ins Fäustchen, sie bekommen ihre Rente ja ausgezahlt und haben auch sonst ganz gut was verdient. Außerdem ist es auch wichtig, dass Jugendliche mitbestimmen dürfen, schon allein, weil sie oft anders und moderner denken als der Durchschnitt der Wählenden. Egal ob man nun ein Fan der "Facebook"-Generation ist oder nicht, man muss doch zugeben, dass sie das Land ganz anders voranbringen kann als die jetztigen Politiker. Außerdem sind die momentanen Zahlen der Wahlgänger sowie so nicht gerade berauschend. Daran lässt sich im Allgemeinen zwar nicht viel dran ändern, aber wenn Jugendliche schon früher mitbestimmen dürfen, motiviert sie das vielleicht auch dazu, später auch weiterhin regelmäßig wählen zu gehen. Schließlich fühlt man sich mit sechszehn schon ziemlich erwachsen, aber dann darf man nicht wählen gehen... "Was ist denn das für eine Demokratie?", werden sich vielleicht auch einige Fragen. Überhaupt fehlt es momentan an neuen Ideen und frischem Wind. Es gibt "alteinhergebrachte" Parteien wie z.B. die CDU, aber auch frisch geschlüpft wie z.B. die Piraten-Partei. Ein weiteres Argument dafür, dass es gut ist, dass Jugendliche schon mit sechzehn wählen dürfen ist auch, dass es immer mehr ältere Menschen (zumindest in DE) geben wird. Ihre Ansprüche unterscheiden sich z.T. gänzlich von denen der jüngeren Generation. Ihr hoher Wahlanteil wird vermutlich für einen sehr altengerechten Staat und ein eher "altmodisches" Regierungssystem sorgen. Nichts gegen die ältern hier, aber ein Staat wird doch gerade noch neue Ideen und Weiterentwicklung vorangetrieben! Deswegen ist die Jugend ja auch so wichtig! Das sind allerdings Probleme, die Politiker zwar erkennen, aber da es die "weit entfernte" Zukunft betrifft einfach unter den Tisch kehren. Wenn Jugendliche also nicht selbst mitbestimmen können wird unser Staat irgendwann nur noch auf alte Menschen zugeschnitten sein, dagegen ist ja eigentlich nichts einzuwenden, schließlich soll es ja allen gut gehen, aber wenn dann z.B. das ohnehin schon vernachlässigte Bildungssystem zusammenbricht hat DE echt ein Problem. Noch dazu weil die Politiker zwar sagen "Jugendliche wollen dies und das und für unsere Zukunft ist es gut dies und das zu tun...." haben sie doch keine Ahnung, was die Betreffenden wirklich wollen. Das sieht man ja schon an der Einführung des G8.
    Wenn man mit dem Argument kommt, dass viele Jugendliche nicht ernsthaft wählen gehen würden, so ist dieses Argument ziemlich hinfällig. Wählen gehen ist ein Angebot, dem weder alle Jugendlichen noch alle Erwachsenen nachkommen. Hier also mit "Jugendliche gehen eh nicht wählen" zu argumentieren wäre ziemlich blöd. Ein viel ernsters Problem wäre, dass Jugendliche leicht beeinflussbar sind oder auch nur aus Spaß oder vermeintlicher Coolness ihr Kreuz bei Partein setzen, die sie nicht unterstützen. Sie könnten auch einfach auswürfeln, wen sie wählen. Dies wäre natürlich katastrophal. Aber natürlich kann man auch hier etwas ändern. Man muss Jugendlichen nur klar machen, wie wichtig alles ist. Wozu gibt es den leider viel zu knapp bemessenen Gemeinschaftskunde-Unterricht? Es ist einfach nur notwenig, Jugendliche nicht nur über das, wenn es im Unterricht durchgenommen wird, ziemlich langweilige Wahlsystem aufzuklären sondern ihnen auch Freiraum lässt, selbst ihre Meinung zu äußern und sie motiviert, politisch zu handeln. Und ja, das klingt jetzt ziemlich bescheuert und nicht umsetzbar, aber wenn man schon in der Grundschule anfängt und die Bildungspolitk (die ohnehin mal grundlegend überarbeitet werden müsste) verändern würde, wäre dieses Problem deutlich kleiner.
    Zum Wahlalter ab vierzehn: Ich wünschte, dass es so etwas auch schon gäbe (dann dürfte ich nämlich endlich wählen gehen und richtig politisch aktiv sein, denn diese ganzen Jugendgruppen bringen nicht wirklich was. Bei uns gibt es einen Jugendgemeinderat, der ist aber nur da, um das gute Image unserer Stadt zu wahren. Es ging z.B. einmal um die Ausstattung der Schulen. Wen sollten man da schon groß fragen außer dem Jugendgemeinderat? Der hat auch eine repräsentative Durchfrage durchgeführt und ist zu einem klaren ERgebniss gekommen, dass der Gemeinderat natürlich nciht beachtet hat. Die Meinung eines einzelnen stand über der Meinung von vielen- einfach nur eine Unverschämtheit!) Allerdings ist das Wahlalter vierzehn wohl doch ein bisschen gewagt.... Hier würde ich nicht allen Jugendlichen zutrauen, schon erfassen zu können, was das bedeutet. Schließlich sollte man auch verstehen, wen oder was man wählt und schon eine eigene Meinung ausgebildet haben.
    Ich freue mich auf jeden Fall schon auf meinen sechzehnten Geburtstag
Autorin / Autor: charlielou - Stand: 4. Juni 2013