Vor allem Europäer*in

Studie der Uni Wien zeigt, Jugendliche fühlen sich trotz vieler Identitäten Europa zugehörig

Obwohl die Welt immer mehr zusammenwächst, Entfernungen geringer und Gemeinsamkeiten größer werden, scheint es doch immer häufiger um den Begriff "Identität(en)" zu gehen.  Welcher Gruppe fühlt man sich zugehörig? Welche Herkunft prägt einen? Was bedeutet einem das Nationale? Auf diese Frage antworteten Wiener Jugendliche und junge Erwachsene, dass sie sich zum überwiegenden Teil nicht nur einem Ort zugehörig fühlen – das zeigte eine umfangreiche Fragebogenerhebung, die im Rahmen des Projekts MiDENTITY durchgeführt wurde. "Mehr als 60 Prozent gaben an, sich mehrfach zu verorten", erklärt Projektleiterin Christiane Hintermann vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien, die das Projekt durchführt.

Wenig Europaskepsis
Rund 1.400 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren wurden befragt – und wiesen in der Mehrzahl multiple Identitäten auf: "Sie fühlen sich also nicht nur als Österreicherinnen oder Österreicher, sondern auch als Deutsche, als Bosnier_innen oder als Türk_innen, um nur einige mögliche Kombinationen zu nennen", so Hintermann. Besonders ausgeprägt war ihr Zugehörigkeitsgefühl zu Europa: "Von Europaskepsis war wenig zu merken – mehr als 60 Prozent identifizieren sich stark mit Europa und sehen sich selbst als Europäerinnen und Europäer", erklärte die Humangeographin und Fachdidaktikerin. Teilweise war diese Zugehörigkeit sogar stärker als die zu Wien oder zum eigenen Viertel.

Welche Rolle haben soziale Medien bei der Identitätsbildung?
Die Schüler_innen füllten aber nicht nur Fragebögen aus, sondern führten im Rahmen des Projektes auch Gruppendiskussionen und Tagebuch über ihre Mediennutzung. Dabei stellte sich heraus, dass die Medien starken Einfluss auf die Identitätsbildung nehmen. Accounts in sozialen Medien oder die Mitgliedschaft in bestimmten Gruppen wurden als Teil der persönlichen Identitätsarbeit identifiziert: "Während in den Fragebögen die Bedeutung sozialer Medien als weniger wichtig betrachtet wurde, zeigten die Diskussionen, dass gerade auch diese Medien Gruppenzugehörigkeit sichtbar machen oder reflektieren", erzählt Hintermann von den Ergebnissen.

Gerade die Auswertung der Mediennutzungs-Tagebücher zeigte, dass die Schüler_nnen viel Zeit mit Medienkonsum verbringen: Viele nutzen sechs bis zehn Stunden lang täglich digitale Medien, bis zu vier Stunden davon verbringen sie in verschiedenen Sozialen Medien. "Dabei wurde der stundenlange Medienkonsum von Schüler_nnen selbst durchwegs als 'normal' und 'nicht übertrieben' eingestuft", sagt die Migrationsforscherin. "Medien sind also in jedem Fall bedeutender Teil ihres Alltags und ihrer Identitätsarbeit."

Über das Projekt MiDENTITY
Das Projekt "MiDENTITY", das von September 2017 bis August 2019 läuft, untersucht, wie Wiener Jugendliche sich selbst und andere definieren und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Dabei wurde auch erforscht, welche Identitätskonzepte sie für diese soziale, räumliche und kulturelle Selbstverortung sowie für Fremdzuschreibungen verwenden. Über die Fragebogenerhebung hinaus wurde gemeinsam mit Schüler_innen und Lehrer_innen dreier Projektklassen ein Konzept erarbeitet, wie politische Bildung und kritische Medienbildung in der Schule verankert werden kann.

Quelle:

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